MS Joy – Tag 1 Die Anreise nach Budapest oder wohin eigentlich?

Eine neue Reise beginnt – an Tag 1 natürlich mit der Anreise von München nach Budapest – das war jedenfalls der Plan!

Wie immer bei Flusskreuzfahrten kommt es anders als man denkt und plant. So bekam ich am Sonntag online mit, dass die Schleuse Jochenstein defekt und damit außer Betrieb ist. Jochenstein ist die letzte (deutsche) Schleuse vor Passau. Entsprechend können alle Schiffe, die donauabwärts sind, nicht nach Passau fahren. Die Schleuse soll bis 3. Januar 2026 Mitternacht außer Betrieb sein, also genau dem Tag, an dem wir in Passau sein sollen. Gegen 21 Uhr schreibt dann Dirk, dass nun die MS Joy auch Budapest nicht anlaufen kann, weil der Wasserstand zu niedrig ist. Das Schiff wird im 90 km entfernten Komárom sein. Einige Nachrichten gingen am heutigen Abend noch hin und her. Unser RailJet hält nicht in Komárom aber in Györ. Von dort aus gibt es alle halbe Stunde einen IC oder Regionalzug nach Komárom, der weniger als 20 Minuten braucht. Da Dirk nun erst einmal eine schlaflose Nacht haben wir, lassen wir ihn in Ruhe und gehen schlafen.

Der Wecker klingelt um 5:30 Uhr und wir machen uns fertig. Heute geht es mit der Straßenbahn um 6:31 Uhr zur U-Bahn und mit dieser zum Hauptbahnhof. Bei einer bekannten Bäckereikette nehmen wir noch ein Mittagessen mit. Leider nicht vegan, da insoweit die Auswahl bis auf ein Salatsandwich praktisch Null war.

Der RailJet RJX61 verlässt mit nur 2 Minuten Verspätung um 7:24 Uhr den Münchner Hauptbahnhof in Richtung Budapest. Noch immer wissen wir nicht genau, wo wir nun aussteigen werden. Wir hatten einen Sparpreis für die 1. Klasse ergattert und unsere Sitze waren im Restaurant-Wagon. Der Zug war hoffnungslos überfüllt und in der zweiten Klasse standen die Menschen mit ihrem Gepäck in den Gängen, weil sie auf eine Reservierung verzichtet hatten. Die DB hatte den Zug in ihrer App mit einer geringen Auslastung angezeigt. Auf der ÖBB Website waren allerdings nur wenige Sitze zur Reservierung noch verfügbar. Mein Mann hatte gleich, als wir erfuhren, dass wir mitfahren werden, bei der ÖBB Sitzplätze für je 3 Euro reserviert. Die Fahrkarten kauften wir dann über die DB, weil sie dort tatsächlich günstiger waren. Der Füllstand des Zuges änderte sich nicht und immer wieder mussten die Zugbegleiter Fahrgästen sagen, dass sie mit ihrem 2. Klasse Ticket nicht hier sitzen dürfen.

Noch ein letzter nicht veganer Cappuccino und dann kam die E-Mail von Dirk, dass es drei Shuttlebusse ab Budapest Ufer nach Komárom geben wird. Da unser RailJet erst um 14:19 Uhr in Budapest-Keleti angekommen wäre, hätten wir den letzten Bus um 16 Uhr nehmen müssen für knapp 90 Minuten Fahrt nach Komárom. Also fuhren wir nur bis Györ, das wir mit 10 Minuten Verspätung um 13:06 Uhr erreichten. Koffer eine Treppe runter tragen, dann wieder eine Treppe rauf und am Automaten, der erfreulicherweise eine deutsche Sprachoption hatte, Tickets für den IC995 um 13.21 Uhr gekauft. Dass da eine Sitzplatzreservierung dabei war, hatten wir erst nach dem Aussteigen gesehen. Der Zug hatte 5 Minuten Verspätung. Wir fanden zwei freie Plätze, aber es waren ohnehin nur 16 Minuten Fahrzeit bis Komárom. Geschickterweise hätte nur ich zum Automaten gehen sollen für die neuen Tickets, die übrigens 3.470 Forint oder 8,95 Euro für zwei Personen kosteten, denn der Zug fuhr an dem Gleis ab, an dem wir angekommen waren.

In Komárom mussten die Koffer hoch auf eine Brücke getragen werden und auf der anderen Seite des Bahnhofs wieder runter. Muskeltraining für meinen Mann. Der Bahnhof liegt direkt neben der Donau.

Also nur die Straße hochlaufen in Richtung Brücke und da erwarteten uns bereits drei Scylla Schiffe, die William Wordsworth, die Joy und die Riviera Radiance. Ein paar Fotos machen und gleich an Bord. Die Kabinen waren noch nicht fertig. Aber Hauptsache wir sind da!

Dirk war ebenfalls schon da. Mit dem neuen Hafen hatte eine bestellte Lieferung Blumen das Schiff nicht erreicht. Wir liefen mit Dirk zum nahegelegenen Tesco. Dort fanden wir nur Tulpen, aber immerhin auch zwei Vasen, denn die gibt es an Bord auch nicht. Erst beim Rausgehen entdeckten wir noch einen Laden vor dem Kassenbereich, der hinter der ganzen Weihnachtsdeko noch Rosen hatte. Zu spät. Jetzt haben wir schon die Tulpen. Dirk organisierte ein Messer und schickte uns mit den Einkäufen in die erste verfügbare Kabine. Und so betätigten wir uns noch als Floristen. Die Vasen mussten erst einmal sauber gemacht, die Tulpen angeschnitten und dann in den Vasen arrangiert werden.

Inzwischen waren die Kabinen fertig geworden. Wir machten unsere Fotos. Leider lagen wir ja in der Mitte des Dreierpacks, also nur bei geschlossenen Vorhängen. Dann erkundeten wir das Schiff und machten weitere Fotos. Dirk hatte vegane Kosmetika (Duschgel, Shampoo, Conditioner, Bodylotion, Seife) auf die Kabinen stellen lassen, da die vorhandenen Molton & Brown Kosmetika nicht vegan sind. Außerdem gab es eine Tafel vegane Schokolade und eine Packung Gummibärchen sowie für jeden eine Vegan Travel Mütze, die auf der Reise durchaus noch häufig zum Einsatz kam. Auch das „Do not disturb“-Schild „vegan style“ gab es natürlich wieder.

Um 16 Uhr wurde in der Panorama Lounge, der wie das ganze Schiff sehr üppig weihnachtlich dekoriert war, zum Kuchen, Kaffee und Tee eingeladen. Auch Glühwein stand bereit. Da es etwas länger dauerte, gönnten wir uns einen Apérol Spritz statt eines Kaffees oder Tees. Die Sandwiches sind mit Gurke und veganem Frischkäse, veganer Wurst und veganem Käse oder Pilzpastete.

Noch mehr Fotos machen und die blaue Stunde am Sonnendeck genießen.

Anschließend gab es in der weihnachtlich geschmückten Panorama Lounge noch einen Espresso Martini bzw. einen Bubbles Without Troubles. Dazwischen ließen wir noch unsere Handys für das kostenlose Bord-WLan an der Rezeption freischalten.

Um 18:30 Uhr wurde in die Panorama Lounge zur Welcome Reception geladen. Es gab Kleinigkeiten und Sekt. Der Kapitän lies sich allerdings entschuldigen, da er zum Arzt musste. Aber Hoteldirektor Ned stellte alle gewandt vor. Die Rettungsübung beschränkte sich auf den Hinweis auf das Video im Fernseher. Dirk stellte Assi Grunder von New Roots vor, der auch das morgendliche Yoga Workout machte, sowie unseren veganen Chef Thomas Glässing.

Wir hatten uns irgendwann nach der Teestunde und dem Auspacken schon zum Abendessen umgezogen gehabt und gingen anschließend 19:30 Uhr zum ersten Abendessen im Compass Rose Restaurant an Bord.

Nach dem Abendessen gingen wir nochmals in die Panorama Lounge für einen zuckerfreie Fritz Kola bzw. eine Pina Colada. Auf der Kabine erwartete uns neben dem Tagesprogramm für morgen noch eine Überraschung – Schilder mit unseren Vornamen – nochmals lieben Dank and Gabi und Tim von Schilderzone!

Leider gibt es auf der MS Joy keine Bordkarten zum Behalten, nur neutrale RFID-Karten. Also bleibt nur das Karten-Mäppchen von Dirk.

Weiter geht es mit Tag 2 der Reise mit der MS Joy und einem kalten Tag in Budapest.

Anmerkung: Cruisediary.de reiste an Bord der MS Joy auf Einladung von Vegan Travel

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