Russland mit der MS Ivan Bunin

Tag 7 Jaroslawl (14:30 – 20:00 Uhr) – Fahrt auf der Wolga stromaufwärts

In der Nacht passierten wir den Rybinsker Stausee. Laut Schleusenplan sollten wir die Statue von Mütterchen Wolga und die Rybinsker Schleuse gegen 9:30 Uhr erreichen. So machte ich mich erst einmal um 7:30 Uhr auf zum Frühsport. Tja, leider lagen wir zwei Stunden vor dem Zeitplan und passierten gerade die Statue. Nur habe ich beim Frühsport dann doch keine Kamera mit dabei. Anschließend ging es sofort in die Schleuse. Das Bordradio weckte übrigens um 7:45 Uhr.

Frühstück nach dem Frühsport
Frühstück nach dem Frühsport

Wir gingen weiter zum Frühstück. Gegen 9 Uhr fuhren wir an der zum Fluss Wolga hin recht malerischen Städtchen Rybinsk vorbei, das sich im Morgenlicht in der Wolga spiegelte.

[clear]

[clear]

Für den Vormittag war um 10 Uhr ein Treffen des Wolga-Chors angesetzt sowie um 11 Uhr ein Dia-Literaturabend mit Puschkins Erzählung „Schneesturm“. Ich zog es vor, etwas für den Kalorienabbau zu tun. Um 12 Uhr wurde zum lustigen Frühschoppen eingeladen. Der halbe Liter Fassbier und Wodka gab es 50 cent billiger. Zum Frühschoppen wurden typische russische Häppchen gereicht. Es gibt übrigens auch immer einen Cocktail des Tages für 4 Euro, heute beispielsweise Pina Colada.

Viking Rurik
Viking Rurik

Um 13 Uhr gab es allerdings auch schon wieder das Mittagessen. Vor dem Essen begegnete uns bereits die Viking Rurik, das einzig tatsächlich umbenannte Schiff von Viking River Cruises hier in Russland aus der Vladimir-Ilyich-Klasse . Beim Essen kam uns noch die Leonid Sobolev entgegen, die wie die Ivan Bunin aus der Dmitriy-Furmanov-Klasse stammt.

[clear]

[clear]

Ivan Bunin am Anleger in Jaroslawl
Ivan Bunin am Anleger in Jaroslawl

Da wir unserem Zeitplan ja voraus waren, erreichten wir unseren nächsten Halt in Jaroslawl (offizielle Website und englische Infowebsite) nicht wie im Programm angegeben um 14:30 Uhr, sondern bereits um 13:30 Uhr. Wir waren das einzige Schiff im Hafen. Die Souvenir-Stände am Hafen waren verwaist und kein Händler zu sehen.

Der inkludierte Ausflug Stadtrundfahrt und Stadtrundgang begann trotz der frühzeitigen Ankunft pünktlich um 14:30 Uhr. Was uns erst jetzt gesagt wurde, der Ausflug dauert vier Stunden und das Schiff legt ab, um in der Mitte des Flusses aufzutanken. Erst um 19 Uhr sollte es wieder anlegen. Leider hatten wir dieses Mal mit der Führerin nicht sehr viel Glück. Das war die schlechteste Führung auf dieser Fahrt – nach dem Motto, hier hinten könnten sie dies und jenes sehen, nur wir gingen nie dorthin. Zuerst besuchten wir die Prophet-Elija-Kirche und bekamen die Ikonen und Fresken über eine halbe Stunde lang erklärt. Dann hatten wir 45 min Freizeit für die Fußgängerzone, in der es eigentlich nichts gab außer Cafés und Banken. Wir machten noch einen Abstecher in die Markthalle. Dann ging es weiter in das Christi-Verklärungs-Kloster. Dort durften wir uns ein Glockengeläut anhören. Doch in die Kirche ging es nicht. Wichtiger waren offensichtlich die vier Jahre alten Denkmäler zum 1000 jährigen Stadtjubiläum und die 40 Jahre alten Bienenhäuser. In den 20 min Freizeit, die auf 15 min schrumpften, bestiegen wir den Glockenturm mit seinen 120 Stufen und einer herrlichen Aussicht (120 Rubel) auf das Kirchenpanorama von Jaroslawl. Für die Souvenir-Stände blieb keine Zeit mehr. Weiter ging es in den Park am Zusammenfluss der Kotorosl und Wolga, wo wir zunächst einer A Cappella Gruppe lauschen, dann den Park am Zusammenfluss überblicken durften (nein, wir gingen nicht hinein) und weiter ging es in die dort seit 2004 neu gebaute Mariä-Entschlafens-Kathedrale, wo gerade ein Gottesdienst stattfand. Der Rest war dann eine langgezogene Busfahrt, auf der uns Highlights wie ein neues Einkaufszentrum gezeigt wurden. Und da wir die Straßen hin und wieder zurück fuhren, bekamen wir die Erklärung gleich mehrfach. O.k. die Tabakfabrik und die Wodkafabrik sahen wir auch noch im Vorbeifahren, ansonsten wurde mehr erwähnt, dass die Altstadt UNESCO-Weltkulturerbe ist. Gesehen haben wir davon leider nichts. Aber wir blieben im „Plan“ und kamen pünktlich um 18:30 Uhr wieder am Hafen an.

[clear]

[clear]

Leider war die Rückkehr des Schiffs erst für 19 Uhr angekündigt und  die Souvenir-Stände immer noch verweist. Die Rückkehr des Schiffs verzögerte sich dann noch bis kurz vor 19:30 Uhr, so dass auch die Kellner, die Landgang hatten, nun eiligst an Bord mussten. Der erste Tag, an dem ich noch nicht einmal einen Magneten gekauft habe, weil es entweder nichts gab oder keine Zeit blieb oder das magere Angebot einfach schlecht war. Dafür konnten wir in der Stunde Wartezeit bei schönem Abendlicht noch Fotos vom Schiff in Fahrt machen:

[clear]

[clear]

Denn alle an Bord war eigentlich um 19:30 Uhr. Gleichzeitig sollte auch das Abendessen beginnen, heute „tatarisches Abendessen“:

[clear]

[clear]

Wenn auf der Speisekarte „Knoblauch“ erwähnt wird, kann man übrigens sicher sein, dass davon ordentlich im Essen ist. Noch während des Essens legten wir ab und fuhren wieder zurück in Richtung Rybinsker Schleuse.

Um 21 Uhr spielten auf dem Sonnendeck die Musiker auf. „Welthits“ stand auf dem Programm. Um 22 Uhr wurde in der Musik Bar wieder zum russischen Tanz eingeladen.

Wir ließen den Abend bei einer Pina Colada und einem Bier in der Panorama-Bar ausklingen. Nach einer Weile erreichten wir Tutajew mit seinen beiden Kirchen rechts und links am Wolgaufer. Ursprünglich handelte es sich um zwei Orte, Romanow am linken und Borissoglebsk am rechten Wolgaufer. 1822 wurden beide Städte zunächst unter dem Namen Romanow-Borissoglebsk vereint und die Stadt 1918 in Tutajew umbenannt. Markant sind die beiden Kirchen, die sich am Wolgaufer gegenüberstehen und nachts beleuchtet sind: Oben am Hügel die Auferstehungskathedrale und auf der anderen Seite direkt am Flussufer die Kasaner Christi-Verklärungskirche mit ihrem Glockenturm.

[clear]

[clear]

Die Sonne geht inzwischen schon um 21 Uhr unter. Gestern war es noch 21:30 Uhr, vorgestern erst nach 22 Uhr. Wir kommen eindeutig in südlichere Regionen.

Anmerkung: Cruisediary.de fuhr mit der Ivan Bunin auf Einladung von Phoenix Reisen.

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien ...

... und folgen Sie uns auch auf Facebook, Twitter und/oder Instagram!

X

Hinweise zur redaktionellen Unabhängigkeit und zu Werbung

Cruisediary.de fuhr mit der Ivan Bunin auf Einladung von Phoenix Reisen. In unserer unabhängigen Berichterstattung lassen wir uns dadurch nicht beeinflussen.

Wir legen grossen Wert auf unabhängige und neutrale Berichterstattung. Wenn uns etwas nicht gefällt, werden wir das schreiben, und auch, wenn uns etwas gefällt - egal, ob wir auf eigene Kosten oder auf Einladung gereist sind. Das sind wir unseren Lesern schuldig. Und selbst die Reedereien haben nichts davon, wenn wir Dinge beschönigen. Denn spätestens auf dem Schiff selbst würde die Diskrepanz zwischen zu wohlwollendem Bericht und der Realität ohnehin auffallen.

Damit aber erst gar nicht der Verdacht der Heimlichtuerei oder Mauschelei aufkommt und damit unsere Leser erst gar nicht auf die Idee kommen, wir würden geflissentlich verschweigen, dass wir oft auf Einladung der Reedereien unterwegs sind, kennzeichnen wir unsere Beiträge entsprechend.

8 Gedanken zu „Russland mit der MS Ivan Bunin“

  1. Ich habe Deinen Bericht gelesen und finde das Du wieder alles toll beschrieben hast. Die vielen Fotos geben einen schönen Einblick in die Reise und ist sehr detailliert. Viel Mühe hast Du Dir auch bei der Getränkekarte gegeben und bei der Aufzählung der Nebenkosten.

    Vielen Dank für den tollen Reisebericht.

    Katharina

    Antworten
  2. Bin die gleiche Route mit der Ivan Bunin von St. Petersburg nach Moskau im Juni 2017 gefahren. Ich kann bestätigen, das der Reisebericht im Grossen und Ganzen korrekt ist. Die Reise hat mir ausgesprochen gut gefallen.

    Antworten
  3. Bin gerade die Strecke Moskau – St.Petersburg als Alleinreisender gefahren, die letzte Fahrt des Jahres 2017.
    Im Großen und Ganzen war ich recht zufrieden und Ihre Beschreibung passt. Folgendes ist zu sagen:
    WLAN kostet jetzt 30€ für die gesamte Zeit, also 3€/Tag und funktioniert bestens, außer im Restaurant (was auch von Vorteil ist). Gratis-Spot gibt es keinen.
    Die Einzelzellen im 4. Stock haben extrem schmale Betten, Naßbereich ist aber Ok.
    Der Anlegeplatz in St. Petersburg ist nun auf der anderen Seite und weit weg von der nächsten Metro. Ein paar min zu Fuß und dann 20 Min Bus! Bis in die Stadt sind es über eine Stunde.
    Das Essen war frisch zubereitet und gut, allerdings manchmal etwas fantasielos. Da gäbe es noch Optimierungsmöglichkeiten. Ab nächstes Jahr soll es ein All-Inklusive-Konzept geben. Die Getränkepreise waren OK, es gab manchmal schon um 15€ eine Fl. russ. Wein, der ausgesprochen gut war. Die Ausflüge waren super, nur für meinen Geschmack zuviele Kirchen. Das Astronautenmuseum in Moskau wäre sicher auch interessant gewesen.
    Die Mannschaft ist sehr herzlich und sehr hilfsbereit, dickes Lob!
    Alles in allem sehr zu empfehlen!

    Antworten
    • Hallo Norbert,
      herzlichen Dank für den kurzen Bericht und die Aktualisierungen!
      Schade, dass der Liegeplatz in Moskau nun weiter entfernt ist.
      Gruß
      Carmen

      Antworten

Schreibe einen Kommentar