Norwegian Bliss – eine kleine Nachlese

Ach, Du gehst wieder auf eine Kreuzfahrt, ist die Reaktion meiner Kollegen, wenn ich ankündige, dass ich Urlaub habe. Dann einen schönen Urlaub! Nun, mit Urlaub hat eine solche Vorabfahrt dann doch wenig zu tun. Denn erst einmal ist eine Menge Arbeit angesagt! Das neue Schiff muss fotografiert werden. Gegen 15 Uhr sind wir endlich an Bord, ab in die Kabine, die Kabine fotografieren, Koffer und Handgepäck abladen. Und dann weiter ins Spa und die Kinderbereiche. Es ist nie sicher, ob diese beiden Bereiche auch am nächsten Tag noch geöffnet sind. Zwischendurch ein schneller Cocktail auf dem Sonnendeck auf Deck 19, bevor wir gänzlich dehydrieren.

Kart-Bahn und Laser Tag Arena werden auch noch schnell ausprobiert. Blitzschnell in die vorbereiteten Klamotten springen und ab zum Medien Cocktail in der Observation Lounge. Was für ein Sonnenuntergang! Also raus auf das Haven Sonnendeck. Selbst die Kollegen aus Bremerhaven haben so etwas noch nicht erlebt. Nach einem schönen Abendessen im Q Texas Smokehouse und der Show Jersey Boys um 22:30 Uhr, die bis nach 00:30 Uhr dauert, fallen wir nur noch ins Bett.

Um 6:30 Uhr weckt uns das Handy – immerhin, eine Stunde Zeitverschiebung brachte uns etwas mehr Schlaf. Die Sonne geht auf und das Licht ist herrlich… Weiter fotografieren! Um 9 Uhr ist die Pressekonferenz im Theater. Bis dahin muss möglichst viel fotografiert sein. Es bleibt kurz Zeit, den Sonnenaufgang mit Nebel zu genießen. Und dann überholt uns noch die AIDAsol.

Weiter zur Pressekonferenz – wir liegen gut im Zeitplan! Bis auf wenige Bereiche, die noch nicht geöffnet sind, haben wir tatsächlich bereits das Schiff durchfotografiert.

Mittags treffen wir uns mit Freunden im Food Republic. Eine kleine Verschnaufpause mit sehr leckerem Essen! Am Nachmittag bleibt doch mal etwas Zeit für einen Cocktail am Pool und anschließend dem Test der Wasserrutsche.

Am späten Nachmittag bleibt noch Zeit für einen Kaffee bei Starbucks und anschließend heißt es schon wieder Umziehen für das Abendessen. Da wir heute zu unterschiedlichen Zeiten eingeteilt sind, bleibt mir noch etwas Zeit für einen richtigen Cocktail an der Atrium Bar mit Piano-Musik von Tatjana.

Inzwischen geht die Sonne langsam unter.

Nach dem Abendessen im Los Lobos geht es erneut um 22:30 Uhr zur Show Havana! ins Bliss Theater. Diese Show dauert nicht ganz so lange und wir kommen tatsächlich vor Mitternacht ins Bett.

Doch am nächsten Morgen holt uns der Realität wieder um 6:30 Uhr ein, denn um 8 Uhr müssen wir wieder von Bord. Der Kapitän war so freundlich und parkte die Norwegian Bliss mit dem Bug zum Mayflower Park, so dass es noch schöne Fotos vom Schiff gibt. Und natürlich treffen wir dort gleich wieder die Kollegen bei der Arbeit.

Um 9 Uhr geht es mit dem Bus nach London Heathrow und dort heißt es dann bis 16:25 Uhr auf unseren Rückflug warten. Die Wartezeit wird natürlich genutzt und schon einmal die Fotos sortiert. Gegen 19:15 Uhr sind wir wieder in München, doch leider ist Baustelle auf der S-Bahn und sie fährt am Wochenende nur alle 40 Minuten. Natürlich ist der Zug gerade weg. Also erneut warten. Doch immerhin werden wir von unserer Tochter an der Endstation vor der Baustelle mit dem Auto abgeholt und müssen nicht noch 20 Minuten mit dem Bus als Schienenersatzverkehr fahren. Gegen 20:30 Uhr sind wir endlich zu Hause!

Doch hier beginnt die eigentliche Arbeit! Die an diesem Reisebericht! Über 1.300 Fotos müssen gesichtet, bearbeitet und in die einzelnen Berichtsteile eingefügt werden – übrigens 958 sind es am Ende. Die Beschäftigung für die nächsten Abende bis zum Wochenende ist gesichert! So viel zum Thema „Urlaub“!

Zum Abschluss noch ein persönliches Fazit zur Norwegian Bliss:

Sehr erfreulich ist die weitere Entwicklung hin zum Meer! Nach der völlig nach innen fokussierten Norwegian Epic öffneten sich die Breakaway Schiffe Norwegian bereits wieder mit der Waterfront und auch dem Spice H2O dem Blick aufs Meer. Nur eine Lounge mit Meerblick vermisste der Passagier noch. Diese kommt auf der Norwegian Bliss und das aber gleich in XXL-Dimension! Mit der Observation Lounge, die rund 300 Passagieren Platz bietet, verfolgt Norwegian Cruise Line den Trend zu mehr Meerblick weiter. Dazu kommt noch die Horizon Lounge für die The Haven Passagiere. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Trend auch auf den noch folgenden Schiffen fortgeführt wird und nicht nur dem Hauptfahrgebiet Alaska geschuldet ist.

Ebenfalls erfreulich ist die Öffnung des Pooldecks, das auf den früheren Schwestern Norwegian Breakaway, Norwegian Getaway und Norwegian Escape doch sehr verbaut ist und eng wirkt. Mit Blick auf das Fahrgebiet Alaska und dem Winterabfahrten ab New York wäre allerdings auch ein überdachter Poolbereich sinnvoll gewesen. Den gibt es weiterhin nur die The Haven Gäste mit dem Haven Courtyard. Schade ist, dass nun das The Haven Sonnendeck wieder den gesamten Bugbereich einnimmt und der normale Passagier keinen offenen Blick nach vorne genießen kann.

Frank del Rio hat seine Einflüsse beim Design hinterlassen. Gediegen, modern und viel Holzoptik statt der früheren bunten Schiffe. Auch beim Essen hat Frank del Rio Verbesserungen versprochen. In den drei Hauptrestaurants und im Garden Café hat sich insoweit auch Einiges verändert. Auf der Norwegian Bliss wurden nun zwei neue Spezialitäten-Restaurants eingeführt, das Los Lobos und das Q Texas Smokehouse. Beide Restaurants haben à la Carte Preise, die doch relativ hoch ausfallen. Während das Q Texas Smokehouse eine solide Qualität aufweist, die allerdings noch Luft nach oben hat (gerade im direkten Vergleich mit dem Pig & Anchor Smokehouse auf der Carnival Horizon), enttäuschte mich leider das neue mexikanische Spezialitäten-Restaurant Los Lobos. Hier ist mir die Karte etwas zu langweilig. Quesadillas und Tacos als Hauptgerichte – die Riesengarnelen vom Spieß hatten eher Shrimpgröße, das Essen insgesamt mit Ausnahme des Red Snapper eher mäßig gewürzt. Da hätte ich etwas mehr erwartet. Erneut überzeugt hat mich das Food Republic, das ebenfalls à la Carte Preise hat. Hier stimmt die Qualität und der Preis. Außerdem macht es einfach Spaß, mit dem Tablet zu bestellen und Family Style am Tisch alles zu probieren.

Auffällig war, dass es bei keinem Cocktail automatisch Strohhalme gab sondern nur auf Nachfrage. Lediglich das Starbucks hatte Strohhalme offen zur Selbstbedienung an der Theke. Im Hinblick auf die zunehmende Plastik-Flut in den Meeren ist dies begrüßenswert! Leider gibt es aber am Pooldeck weiterhin die Cocktails aus Wegwerf-Plastik-Bechern, die auch optisch nur eingeschränkt Lust auf einen Cocktail machen. Hier gibt es durchaus Alternativen mit ansprechenden Mehrweg-Kunststoff-Gläsern, die aber natürlich gespült werden müssen.

Warum sage ich nichts zur Laser Tag Arena und der Kart Bahn? Leider beides nicht mein Ding! Mir hat der Kletterpark auf der Norwegian Escape besser gefallen. Aber das sind meine persönlichen Vorlieben.

Insgesamt gesehen stellt die Norwegian Bliss aber eine gelungene Fortentwicklung der Breakaway Plus-Klasse dar!

 

Anmerkung: Cruisediary,de reiste auf der Norwegian Bliss auf Einladung von Norwegian Cruise Line

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