S.Y. Chronos – Tag 5 Die Höhlen von Sorrent und der Augustus-Garten auf Capri

Am Morgen erkunden wir mit dem Kajak die Höhlen in den Klippen von Sorrent. Am Nachmittag besuchen wir den Giardini di Augusto – den Augustus-Garten auf Capri.

Tagesetappe: von Sorrent zur Marina Piccola auf Capri

Pünktlich um 6 Uhr waren wir wach. Nico sorgte für das Übrige und warf den Motor an. Wir verholten zwischen die Marinas von Meta und Sant Angello vor der durchlöcherten Steilküste. Hier sind große Hallen in den Fels gebaut worden. Zu jeder der Halle führt eine steile, schmale Treppe von oben herunter. Hier wurde für den Vormittag geankert. Ich ging erst einmal eine Runde ums Schiff schwimmen.

Der Vesuv leuchtete rötlich in der Morgensonne und hinter dem Berg zeigte sich langsam die Sonne. Auch die Fischer waren bereits unterwegs.

Anschließend war Zeit für das Frühstück mit Blick auf den Vesuv. Hier gibt es sogar grüne Meeresschildkröten – o.k., nicht wirklich.

Anschließend lud Kenny zur Maschinenraumbesichtigung ein. Schon interessant, was hier auf engstem Raum Platz findet. Die 600 PS Volvo Hauptmaschine, zwei große und ein kleiner Generator für den Strom, eine Umkehrosmoseanlage für das Trinkwasser, eine Hydraulikanlage für die Winden bis hin zu Scubbern für die Abgasreinigung. Und das eine oder andere habe ich sicher vergessen. Im Übergang zur Galley steht auch die Waschmaschine, für die wir die Ersatzteile mitgebracht haben. Übrigens, Kenny hat bis zum Shutdown auf der AIDAnova gearbeitet und studiert nun. Auf dem Rückweg gab es noch einen Blick in die Galley.

Danach nutzten wir noch die Kajaks und fuhren hinüber zur Steilküste. Durch eine der Hallen konnten wir hindurchfahren. In einer anderen war ein richtiger kleiner Anleger. Diese verzweigte sich und hatte in einem Teil sogar oben ein Loch, durch das die Sonne hindurchkam. Die Höhlen sind von Menschen geschaffen und dienten wohl der Aufbewahrung der Boote. Beeindruckend sind die steilen, schmalen und völlig ungesicherten Treppen, die am Ende nur noch aus winzigen, senkrechten Griffen bestehen.

Nach der Besichtigung von ein paar kleinen Fischchen und Quallen fuhren wir zurück zur Chronos. Einige Exemplare der schönen Spiegeleiqualle ließen sich auch direkt von der S.Y. Chronos aus beobachten. Diese Quallen sind allerdings für den Menschen nicht gefährlich. Sie haben nur ein sehr schwaches Nesselgift.

Gegen 12 Uhr ging es los in Richtung Capri. Geplant war eigentlich eine Ankunft auf Capri am frühen Nachmittag. Aber der Wind stand gut und so setzten wir Segel und es ging erst einmal in Richtung Neapel quer über den Golf.

Ach ja, Mittagessen gab es auch noch – leckere Hähnchenschenkel mit dunklem Reis und einer Sauce aus Tomaten und Oliven sowie einen Salat. Als Nachtisch gab es ein Waldfrucht-Eis.

Wir nutzten die Gelegenheit für einen Ausflug in den Bugspriet. Dafür muss ein Brustgurt zur Sicherheit getragen werden. Schon ein schönes Gefühl und eine gute Fotogelegenheit – sofern die Kamera oder wie bei mir das Handy per Handykette gut gesichert ist.

Irgendwann wurde gewendet und es ging zurück in Richtung Capri. Dort lag bereits die Athena, die wir vor Positano schon gesehen hatten. Da lies es Nico sich natürlich nicht nehmen, einmal zur Show vorbei zu segeln und so nahe wie möglich unter Segeln zum Ankerplatz zu kommen. Das Bagno bei den Faraglioni Felsen kostet übrigens 70 Euro/Tag für zwei Liegen – Reservierung ist erforderlich. Sollte es immer noch nicht bemerkt worden sein, Capri ist meine Lieblingsinsel und die Faraglioni Felsen mein Lieblingsmotiv – sorry, da müsst ihr durch! Auch wenn man auf Bildern immer nur maximal drei Felsen sieht, sind es tatsächlich vier. Der vierte ist allerdings etwas weiter weg und hinter den anderen drei. Faraglioni kommt vom griechischen Pharos – Leuchtturm. Der landseitige Felsen „Faraglione di terra“ oder auch „Stella“ ist mit 109 m der höchste der vier Felsen. Im Abstand von 100 m folgt der „Faraglione di mezzo“ mit seinem 60 m langen Tunnel, durch das die Ausflugsboote hindurchfahren können. Er ist 81 m hoch. Der südlichste Felsen heißt „Faraglione di fuori“ oder „Scoplo“ und ist 104 m hoch. Er hat einen Abstand von 20 m zum mittleren Felsen. Der vierte Faraglione ist ca. 200 m östlich davon und trägt den Namen „Scoglio del Monacone“.

Tylor hatte heute eine schön dekorierte Schokotorte und Beerenmuffins zum Kaffee um 16 Uhr gezaubert, auf den ich allerdings verzichtete.

Inzwischen waren wir auf Capri angekommen. Wir entschieden uns für einen Landgang sofort – das Dinghi brachte uns gegen 16:30 Uhr hinüber zur Marina Piccola. Eigentlich wollten wir mit dem Bus hoch nach Capri fahren. Allerdings steppte auch hier der Bär und die Schlange war endlos. Selbst Taxen waren nicht verfügbar. Also gingen wir zu Fuß. Nach der ersten Kehre entdeckten wir den eigentlichen Fußweg hoch nach Capri, der eigentlich rechts vom Busbahnhof beginnt. Treppen und Schrägen führen hoch in den Ort. Die Busse sollen eigentlich alle halbe Stunde fahren. Die Fahrkarte kostet einfach 2 Euro. Auf dem Foto links hinter der Menschenmenge wäre der Fahrkartenschalter. Wir brauchten etwa 20 Minuten nach oben – so war dann die zweite Sporteinheit des Tages auch schon geschafft.

Vom Rathausplatz aus gingen wir über die Vittorio Emmanuele in Richtung der Giardini di Augusto. Ich dachte eigentlich, wir könnten die Via Krupp hinterlaufen zur Marina Piccola. Diese wurde zwar restauriert und 2008 wieder eröffnet. Doch 2014 erfolgte die erneute Sperrung wegen Steinschlags. Die Wiedereröffnung war für 2019 geplant. Aber das geht in Italien nicht so genau. Der Weg war immer noch gesperrt. Später sahen wir, dass eigentlich der Steinschlag-Schutz überall schon fertig ist. Die Via Krupp wurde 1902 fertiggestellt – kurz vor dem Tod ihres Stifters Friedrich Alfred Krupp. Sie ist 3 m breit und 1346,60 m lang. Den schönsten Blick auf diesen Serpentinenweg hat man von den Gärten aus.

Vom den Giardini di Augusto aus hat man einen herrlichen Blick über die Faraglioni Felsen und die Marina Piccola. Entsprechend beliebt waren bei den Italienern die Fotostopps. Die Gartenanlage trug bis 1918 den Namen Krupp-Garten. Denn auch die Gartenanlage wurde von Friedrich Alfred Krupp gestiftet. Der Eintritt war übrigens kostenlos. Bekannt ist zudem das Lenin-Denkmal auf der anderen Seite der Gartenanlage, das aus dem Jahr 1968 stammt.

Wir liefen zurück in den Ort. Auch hier war ziemlich viel los und nicht jeder hielt sich an die Maskenpflicht. An der Piazza Umberto I. bei der oberen Station der Funicolare gönnten wir uns eine Granita di Limone mit frisch gepresstem Orangensaft (für 5 Euro). Das gehört bei uns schon zu Capri dazu, seitdem wir am Weg von der Marina Grande nach Capri von einer alten Dame eine riesige, zuckersüße Orange geschenkt bekommen haben – die immer noch beste Orange meines Lebens.

Obwohl wir schon so oft auf Capri waren, einen Magneten hatten wir noch nicht. Die Magnetwährung verdoppelt sich ebenfalls auf Capri. Wir haben auf der Reise schon diverse Magneten im Keramik-Stil gekauft. Bislang kosteten sie 3 Euro, auf Capri kostet der Magnet 6 Euro. Zum Abschluss noch ein paar Katzen von Capri.

Um 18:45 Uhr holte uns das Dinghi wieder ab. Die Chronos lag relativ weit draußen und das Meer war nicht gerade ruhig. Schon bei der Hinfahrt waren wir klitschnass geworden, obwohl sich Kaisa bemühte. Auf der Rückfahrt war es nur geringfügig besser.

Schnell noch die Sachen auf die Kabine bringen, um 19 Uhr gab es bereits Abendessen. Heute gab es Miesmuscheln in einem Sahne-Weißwein-Sud mit viel Knoblauch. Als Hauptgericht wurde eine gefüllte Schweinelende mit Süßkartoffelpürree und gegrillten Zucchini sowie Traubenkompott serviert. Der Nachtisch war eine Apfeltarte mit Vanilleeis.

Inzwischen war die Sonne hinter Anacapri und dem Monte Solaro verschwunden und natürlich nicht im Meer versunken.

Nach dem Essen hätte es nochmal die Möglichkeit gegeben, an Land zu gehen. Aber Capri by Night hatte uns nicht wirklich gereizt. Die Rückfahrt wäre auch frühestens ab 22:30 Uhr gewesen. Also blieben wir an Bord und ließen uns von Lotti noch einen Cocktail mixen. Einen Cosmo aus einem Weinglas hatte ich auch noch nicht.

Gegen 21:45 Uhr fielen wir ins Bett. Irgendwann hörte ich noch, wie die Dinghis hochgezogen wurden.

Weiter geht es mit Tag 6 auf der S.Y. Chronos mit einer Dinghi-Fahrt durch die Faraglioni und einem Nachmittag in Positano.

Anmerkung: Cruisediary.de reiste auf der S.Y. Chronos auf Einladung von Sailing-Classics.

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