auf dem Vulkan

S.Y. Rhea – Tag 4 Vulcano – Faraglioni von Lipari – Lipari

Kurz vor 6 Uhr waren wir wach und machten und fertig. 6:30 Uhr war Abfahrt der Dinghis nach Vulcano. Die Gruppe hatte gestern beim Abendessen entschieden, die noch kühleren Morgenstunden zu nutzen für den Aufstieg zum Krater. Kaffee, Tee, Kekse und Obst stand für eine erste Stärkung bereit und schon ging es los.

Angeblich soll der Weg nur ca. 800 m lang sein. Dabei sind aber rund 300 Höhenmeter zu überwinden. Es geht vergleichsweise steil bergauf auf losem Vulkangestein. Bei schwülen 33 Grad rinnt der Schweiß bereits auf dem Weg vom Hafen zum Beginn des Wanderwegs. Festes Schuhwerk ist angesagt und leichte Bekleidung.

Und um die Pause beim Aufstieg zu rechtfertigen, schnell ein Panorama von der Aussicht:

Panorama Vulcano
Panorama Vulcano

Mein Papiertaschentuch war schnell durchweicht und oben angekommen konnte ich es mehrfach auswringen. Ausreichend Wasser ist ebenfalls eine gute Idee. Knapp eine Stunde dauert der Aufstieg. Die Aussicht über die Inseln und der Blick in den Krater entschädigt für Alles. Nur zu Nahe an die Fumarolen sollte man nicht gehen. Es riecht erbärmlich nach Schwefel und diesen Geruch nehmen wir dann auch mit ins Tal. Man kann eigentlich einmal um den Krater herumgehen. Aber derzeit sind unmittelbar am Kraterrand recht viele Fumarolen und hier gerät man schnell in Atemnot aufgrund der austretenden Schwefelgase. Wir wanderten noch eine Weile den Kraterrand entlang und machten uns dann auf den weniger Schweiß treibenden Abstieg. Die Entscheidung für die frühe Stunde war genau richtig, denn später wurde es eher noch unerträglicher. Schon jetzt waren alle Kleidungsstücke triefnass.

Und noch ein Panorama:

Panorama Vulcano
Panorama Vulcano

Zurück an Bord schnappten wir uns erst einmal eines der Stand Up Paddleboards und eines der Wellen-Kajaks und fuhren etwas raus. Die Eleganz lässt noch zu wünschen übrig, aber ich habe es geschafft aufzustehen und bin auch einmal „elegant“ abgegangen.

Richard wollte allerdings noch rüberfahren nach Lipari zu den dortigen Faraglioni Felsen. Also wieder an Bord und alles verstaut. Derweil kam ein örtliches Fischerboot vorbei und Christian schlug bei einem Thunfisch zu.

Wir frühstückten erst einmal.

Bei den Faraglioni Felsen von Lipari bot Steuermann Peter Rundfahrten mit dem Dinghi an. Also machten wir erst das.

Anschließend waren beide Kajaks gerade frei und wir paddelten nochmals rüber zu den Felsen.

Dann war auch schon wieder Zeit für das Mittagessen. Ein großer Salat mit Allem und Trauben als Nachtisch und das bei perfekter Aussicht.

Ich war so müde, dass ich mich nach dem kurzen Vortrag von Steffen über Vulkane erst einmal hinlegen musste. Inzwischen hatten wir den Anker gelichtet und Segel gesetzt. Richard wollte es zumindest probieren, auch wenn nicht wirklich Wind war.

Um 16 Uhr stand schon wieder Kaffee und Kuchen auf dem Programm, dieses Mal mit einer kleinen Einlage, denn mein Mann hatte heute Geburtstag.

Der Wind spielte erneut nicht wirklich mit. Und so ging es dann gegen 18 Uhr in Richtung Lipari Ort. Vorher aber noch einen Prosecco als Sundowner.

Wir drehten an Land erst einmal eine kleine Runde.

Einmal in der Woche ist ein Abendessen auf eigene Faust im Programm. Dafür eignet sich Lipari mit seinen vielen Restaurants besonders gut. Was allerdings nicht so optimal ist, die Restaurants sind nicht auf nicht-italienische Touristen eingestellt und öffnen daher überwiegend erst um 20 Uhr. Bei einem Restaurant hätten wir erst um 22:30 Uhr einen Tisch bekommen. Um 19 Uhr sitzen die Italiener in der Bar bei Apero, trinken ein Bierchen, einen Wein oder einen Spritz und essen dazu ein paar Kleinigkeiten. Auf der Suche nach einem geöffneten Restaurant sahen wir in der Eno Panionotheca Gilberto e Vera vier unserer Mitreisenden und wir gesellten uns zu ihnen. Dann sollten es halt Wein und Panini mit sizilianischer Füllung werden. Ein überdachter Sitzplatz war angesichts der Blitze in der Ferne und dem auffrischen Wind wichtiger als ein Gourmet-Essen.

Richard hatte beim Sundowner die Zeiten für die Rückfahrt der Dinghis an die Tafel geschrieben. Für 21:30 Uhr war es zu knapp und so erreichten wir gemütlich das 22 Uhr Dinghi. Nici erzählte, dass es zwischenzeitlich so viel Wind hatte, dass sie den zweiten Anker gesetzt hatten.

In der Nacht ging der Sturm aber erst richtig los.

Weiter geht es mit Tag 5 – nächtlicher Sturm vor Lipari, eine Hilfsaktion, ein erneuter Segelversuch und ein Abend in Panarea.

Anmerkung: Cruisediary.de reiste auf der S.Y. Rhea auf Einladung von Sailing-Classics.