Regenbogen

S.Y. Rhea – Tag 5 Lipari – Segeln – Panarea

In der Nacht wurde es immer unruhiger und gegen 4 Uhr nahmen nicht nur die Motorgeräusche, sondern auch das Rennen an Deck zu. Am nächsten Morgen erfuhren wir, dass der Sturm so stark wurde, dass sich fast alle der umliegenden Yachten losgerissen hatten und auf uns zutrieben. Wir mussten unter Einsatz unseres Seitenstrahlruders ausweichen. Blitzartig wurden natürlich auch die Abgänge geschlossen, denn sonst wären die Kabinen wohl etwas unter Wasser gestanden. Erst gegen 7 Uhr standen wir endgültig auf. Das Wetter hatte sich inzwischen beruhigt.

Nach dem Frühstück wollten wir eigentlich losfahren, doch eine Segelyacht neben uns hatte Probleme mit dem Anker und wir halfen aus. Nicht unsere Ankerkette hatte sich auf die ihre gelegt, sondern eine gekappte Ankerkette.

Wir fuhren hinüber in Richtung Panarea und ankerten in einer beliebten Bucht an einer kleinen unbewohnten Insel. Nur der Segelversuch wurde erneut mangels ausreichendem Wind abgebrochen. Ein paar der Mitreisenden gingen Schwimmen, doch das endete rasch, als die ersten Quallen gesichtet wurden.

Dafür lud Maschinist Olaf in den Maschinenraum ein.

Auf dem Weg wieder an Deck lies uns Christian noch in seine Galley schauen, die er beim Bau mitgestaltet hat.

Ich war so müde, denn so wirklich gut hatte ich heute Nacht nicht geschlafen. Also ging ich auf die Kabine und versuchte zu schlafen. Zum Mittagessen gab es leckere Spaghetti mit einer Fenchel-Sauce und anschließend Granatapfel-Kerne.

Richard hatte die Windvorhersage gecheckt und wollte es nochmals probieren. Und dieses Mal waren wir tatsächlich erfolgreich. Mein Mann macht einen Ausflug ins Bugspriet für Fotos.

Anschließend wurde das Dinghi heruntergelassen und eine erste Gruppe fuhr für Fotos hinaus. Wir waren zu dritt bei der zweiten Runde mit dabei und konnten schöne Fotos machen.

In Richtung Salina und Lipari zog es wieder zu und Blitze zeigten sich am Himmel. Es wurde immer dunkler. Wir nahmen mehr Kurs auf Panarea und Stromboli, in der Hoffnung, dem Unwetter ausweichen zu können.

Um 16 Uhr überraschte Christan zum Kaffee mit einem leckeren Zitronenkuchen in Tarteform. Anschließend stieg Steffen tief in die Geschichte Siziliens ein. Keine Sorge, Steffen macht das sehr unterhaltsam und in aller Kürze.

Kurz vor Panarea erreichte uns die Unwetterfront doch noch gefolgt von einem prächtigen Regenbogen – teilweise sogar ein doppelter. Schade, dass die Segelyacht Wellenreiter einen Flamingo als Schwimmtier am Bug hatte. Die allgegenwärtigen Einhorn-Schwimmtiere wären passender gewesen.

Gegen 18 Uhr erreichten wir Panarea und die erste Gruppe verließ das Schiff. Wir nahmen erst noch den Sundowner – einen Aperol Spritz – an Bord ein und ließen uns danach an Land bringen.

Wir hatten nur knapp eine halbe Stunde bis zur Abholung um 19:15 Uhr, um rechtzeitig für das Abendessen wieder an Bord zu sein. Das reichte für einen Marsch hoch zur Kirche, wo gerade der Gottesdienst für Ferragosto stattfand. Unten am Hafen erstand ich Küchenhandtücher und einen Magneten.

Zum Abendessen hat Christian den Thunfisch zubereitet, den wir in Lipari erstanden hatten. Zum Nachtisch noch eine Mousse au Chocolat. Honigmelone und Schinken rundeten als Vorspeise das Menü ab.

Während des Abendessens verschwand die Sonne hinter der Insel und tauchte den Himmel in ein schönes rotes Licht.

Nach dem Abendessen gab es nochmals eine Gelegenheit an Land zu gehen. Wir aßen noch eine Granita aus der Bar am Hafen – Mojito und Pfirsich mit Malvasia. Die Cocktails in Eisform schlugen dann gleich mal mit 5 Euro zu Buche – auf der Terrasse gab es noch einen Aufschlag. Eine Taschen- oder Stirnlampe ist hier nachts übrigens keine schlechte Idee, denn so etwas wie Straßenlaternen gibt es nicht.

Um 22 Uhr fuhren wir wieder zurück zum Schiff.

Tag 6 führt uns zum Schnorcheln nach Basiluzzo und dann nach Stromboli mit der nächtlichen Vorbeifahrt am Vulkan.

Anmerkung: Cruisediary.de reiste auf der S.Y. Rhea auf Einladung von Sailing-Classics.