Westliches Mittelmeer auf der Allure of the Seas

Westliches Mittelmeer auf der Allure of the Seas

Tag 6 – Neapel / Italien (7:00 – 20:00 Uhr)

Sonnenaufgang hinter dem Vesuv und ein wunderschöner Tag auf meiner Lieblingsinsel Capri.

Sonnenaufgang: 5:35 Uhr
Sonnenuntergang: 20:25 Uhr
Wettervorhersage: 24°C, überwiegend sonnig
Dress Code: Formal Attire
Capri am Morgen
Capri am Morgen

Um 5:45 Uhr wachte ich auf – gerade rechtzeitig, um diesen wundervollen Sonnenaufgang über dem Versuv zu sehen! Eine alte neapolitanische Redensart lautet „Vedi Napoli e poi Muori“, was heute mit „Neapel sehen und sterben“ übersetzt wird und durch die Erwähnung in Goethe´s Italienischer Reise bekannt wurde. Diese Magie Neapel´s hat mich schon vor über 30 Jahren erfasst, als ich erstmals mit der Studienfahrt meines Gymnasiums in Sorrent war. Der heutige Sonnenaufgang hinter dem Vesuv steuert das Seinige zu dieser Redensart bei:

Frühstück im Windjammer
Frühstück im Windjammer

Wir machten uns fertig und gingen zum Frühstück ins Windjammer auf ein Müsli und Bisquits mit Gravy. Inzwischen waren wir im Hafen von Neapel angekommen.

Um 7:15 Uhr verließen die ersten Passagiere das Schiff und wir folgten umgehend. Wir wollten zur SNAV Fähre nach Capri an der Molo Beverello, die um 8:05 Uhr fuhr. Interessant übrigens, die Hinfahrt kostet 19,10 Euro, die Rückfahrt „nur“ 19 Euro. Auch einige Gruppen vom Schiff nahmen diese Fähre. Es empfiehlt sich gleich eine Fahrkarte für eine konkrete Rückfahrt zu kaufen. Dies erspart ein Anstellen an den Fahrkartenschaltern auf Capri.

Vorher noch ein paar kurze Eindrücke von Neapel:

Kirche auf Capri
Kirche auf Capri

Nach gut 50 Minuten Fahrt erreichten wir die Marina Grande von Capri. Wir hielten uns rechts, wo sich der Fahrkartenschalter für die örtlichen Busse und die Standseilbahn (Funiculare) befindet. Das Einzelticket kostet jetzt 1,80 Euro. Ich kaufte vier Tickets und wir stellten uns nebenan beim Bus nach Anacapri an. Es gibt ja tatsächlich so etwas wie einen Fahrplan – wie wir später sahen. Eigentlich sollte der Bus alle 15 Minuten fahren, doch wir warteten deutlich länger. Die Fahrt mit dem Bus nach Anacapri ist nur etwas für Hartgesottene. Neben dem Gefühl einer Ölsardine sind zwischen Bus und Wand oft nur wenige Zentimenter Platz oder es geht mehrere hundert Meter senkrecht abwärts.

In Anacapri angekommen gingen wir schnurstracks in Richtung Villa San Michele des schwedischen Arztes Axel Munthe. Obwohl ich das Buch „Das Buch von San Michele“ gelesen habe, ich war nie in der Villa und das sollte auch heute nicht der Fall sein sein. Denn mein Ziel war der letzte Laden auf der rechten Seite vor der Villa. Nur dort gibt es mein Lieblingsparfüm, Capri Azzurra. 175 Euro ärmer verließ ich mit fünf Flaschen den Laden (,die ich im Übrigen den Rest des Tages mit mir herumtrug). Wir gingen noch an der Villa vorbei, denn dort gibt es eine wundervolle Aussicht in Richtung Capri Ort. Hier beginnt Scala Fenicia, die Phönizische Treppe. Diese scheint inzwischen wieder begehbar zu sein und führt bis zur Marina Grande. Wir gingen ein Stück die Treppe hinunter, kehrten dann aber wieder um.

Am Hauptplatz von Anacapri warteten wir ein paar Minuten auf den Bus nach Capri Ort. Gleich nach dem Aussteigen fanden wir eine Salumeria und deckten uns dort mit neapolitansichen Spezialitäten für das Mittagessen ein, eine mit Mozzarella gefüllte Kartoffelkrokette, ein Ariancini und ein Arancini mit Mozzarella und Hackfleisch sowie eine Gemüsetorte – alles sehr lecker! Weiter ging es in den Ort von Capri.

Unser Ziel war die Villa Iovis von Kaiser Tiberius, die am höchsten Punkt der Ostseite liegt – 334 m über dem Meerespiegel. Irgenwie verpassten wir die richtige Abzweigung (an der Piazza Umberto I.) und suchten uns den Weg durch die Gassen. Auf den zahlreichen Hinweisschildern waren 50 Minuten Fußmarsch angezeigt. Wir fanden schließlich den Weg, der dann recht gut ausgeschildert ist. Auf halber Höhe ist nochmal eine öffentliche Toilette – 50 Cent und sehr sauber! Der Weg ist teilweise recht steil. Bei höheren Temperaturen nicht empfehlenswert.

Kurz vor der Villa Iovis ist ein öffentlicher Park, der Parco Astarita, der eigentlich laut den Hinweisschildern geschlossen ist, aber der Parkwächter verdient sich dort „per solo caffè“ sein Trinkgeld, sprich er öffnet den Park und stellt ein Trinkgeldtellerchen hin. Er wies uns auf die tolle Aussicht auf die Villa Malaparte und die Faraglioni Felsen hin. Recht hatte er! Der Abstecher lohnt sich definitiv, auch wenn die Befestigungen und Geländer mehr als baufällig sind.

Weiter ging es zur Villa Iovis, die recht gut erhalten ist. 2 Euro kostet hier der Eintritt. Der Salto Tiberio ist eine der Attraktionen, die mich als Teenager auf meiner Studienfahrt mit unserem Lateinlehrer schon fesselte. Kaiser Tiberius „entsorgte“ über diesen senkrechten Felsen seine Lustknaben.

Bevor wir die Villa Iovis verlassen noch ein Panorama der Aussicht über Capri:

Panorama von Capri
Panorama von Capri

Auf dem Weg nach unten machten wir an der Bar Iovis einen Halt. Kein preiswertes Vergnügen, aber dafür eine grandiose Aussicht. Der Macchiato (Espresso mit Milch) für 3 Euro, ein Becher mit drei Kugeln Zitroneneis und Limoncello 9 Euro (dafür mit zwei Löffeln und zwei Strohhalmen)

 

frisch gepresster Orangensaft mit Granita di Limone
frisch gepresster Orangensaft mit Granita di Limone

Wir entschlossen uns, auch den Rest des Weges bis zum Hafen zu Fuß zu gehen und nicht die Funicolare zu nutzen. Am Hafen angekommen wollte ich noch gerne eine Granitia di Limone – eigentlich so etwas wie Crushed Ice mit Zitronensaft. Doch hier gab es frisch gepressten Orangensaft mit Granita di Limone – für 5 Euro zwar auch kein Schnäppchen, aber saulecker! Immerhin zwei ganze Orangen waren drinnen.

Zum Abschluss ein paar malerische Bilder der Fischerboote in der Marina Grande. Eine Inselrundfahrt inklusive Blaue Grotte kostet übrigens 18 Euro.

Mit der Fähre um 14:50 Uhr ging es zurück nach Neapel – o.k., die Gruppen 8, 9 und 10 von MSC brauchten 15 Minuten länger, um vollständig an der Fähre zu erreichen. 50 Minuten später waren wir wieder in Neapel. Die AIDAblu und die MSC Divina kamen übrigens unmittelbar nach uns in den Hafen. Die Zenith kam im Laufe des Tages.

Speisekarte Jasmine
Speisekarte Jasmine

Nach der Cocktail-Stunde ging es heute um 18 Uhr ins Izumi zum Teppanyaki, während es im Hauptrestaurant das Menü Jasmine zur zweiten Formal Night gab.

Das Izumi wurde während des Trockendocks von Deck 16 als Teil des Windjammer verlegt auf Deck 4 beim Hauptrestaurant (vormals ein privater Speiseraum). Neben Sushi und Hot Stone gibt es nun im rechten Teil drei Teppanyaki Tische mit jeweils acht Sitzplätzen. Die Preise sind à la Carte. Eine Fleischsorte kostet 25 Dollar, eine Combo mit zwei Fleischsorten 30 Dollar. Dazu gibt es die Edame Soyabohnen, einen Salat oder Misosuppe als Vorspeise und Fried Rice, Gemüse sowie eine gebratene Zwiebel mit Zucchini als Beilagen zum Hauptgericht. Nachspeisen kosten extra. Allerdings hat der komplette Tisch auf den Nachtisch verzichtet, wir waren alle viel zu voll.

Um 19:45 Uhr war zum Crown & Anchor Top Tier Event ins Dazzles eingeladen. Da um 20 Uhr die Abfahrt anstand, war auch dieses Mal zwar eine umfangreiche Offiziersriege anwesend, nicht aber der Kapitän. Übrigens kann ich keine genaueren Aussagen zur Offiziersriege machen, denn es gibt auf der Allure kein Infoblatt mit Fotos und Kurzvita der Offiziere so wie auf anderen Schiffen. Es gab Sekt, Wein und dreierlei Cocktails, Hors d´Oeuvres gab es keine. Dieses Mal war der Raum komplett gefüllt. Zwei der Akrobaten gaben eine kurze Vorstellung ihrer Kraft-Akrobatik.

Nach dem Top Tier Event gingen wir noch schnell nach oben, um die Ausfahrt beim Sonnenuntergang zu genießen. Wenn man in Neapel ist, versinkt die rote Sonne eher hinter dem Capo Miseno und nicht hinter dem südlich gelegenen Capri im Meer:

Wir nutzen nochmals die Gelegenheit und ließen Fotos machen. Als Diamond Mitglieder haben wir jeweils ein Foto kostenlos. Um 21 Uhr stand die Show „Blue Planet“ im Amber Theater auf dem Programm. Eine Show, die man nicht verpassen sollte! Schöne Musik und Akrobatik!

Handtuch-Hund
Handtuch-Hund

Da der Ausflug heute doch mit der vielen Lauferei etwas anstrengend war, ging es für uns ins Bett, wo ein Handtuch-Hund auf uns wartete.

Laut der Infokarte vom Loyality Ambassador sollte das Crown & Anchor Trivia im Cruise Compass stehen. Dem war leider nicht so. Wie die Passagiere dann davon erfahren sollten, bleibt wohl ein Geheimnis. Auf Nachfrage beim Diamond Concierge soll das Trivia angeblich heute um 20 Uhr gewesen sein – sehr gute Planung, wenn um 19:45 Uhr der Top Tier Event stattfindet. Noch bessere Planung, wenn der Termin den Crown & Anchor Mitgliedern gänzlich unbekannt bleibt. Ob es tatsächlich stattfand… wer weiß!

Unsere Tochter war der Auffassung, dass sie schon auf Capri gewesen sei und daher am Schiff bleiben wolle. Für sie und die anderen Gäste gab es eine „Extra-Unterhaltung“ gegen Mittag. Im Casino gab es gegen Mittag einen Kurzschluss mit einem Kabelschmorbrand und starker Rauchentwicklung, was jedoch schnell unter Kontrolle war und kein allgemeiner Code Bravo ausgerufen wurde. Der Kapitän erklärte in seiner Durchsage, dass alles unter Kontrolle sei und lediglich der Rauch noch entlüftet werde.