Mein Schiff 6 – Tag 1 Vorbereitungen und Anreise nach Heraklion

Test, Streiks und andere Widrigkeiten, aber am Ende wird alles gut! Es geht nach Heraklion zur Mein Schiff 6!

Abfahrt von Heraklion: Mitternacht

Diese Reise begann sozusagen drei Tage früher am Donnerstag, denn die griechischen Behörden verlangen einen PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden vor Abflug sein darf. TUI Cruises für die Tests eine Kooperation mit den Helios Kliniken. Davon gibt es 86 in Deutschland und zwei in München. Wir riefen vorher an, da dazu auf der Website von Helios geraten wurde. Wir sollten besser nicht nach Perlach fahren. Dort könne uns wegen Überlastung nicht garantiert werden, dass die Ergebnisse rechtzeitig verfügbar seien. Wir sollten um 16 Uhr am Donnerstag nach Pasing kommen. Na gut, auch wenn Perlach für uns deutlich näher wäre und Pasing am anderen Ende der Stadt. Der Test in Pasing wird allerdings in der Notaufnahme gemacht. Nach dem Papierkram durften wir warten und warten, bis die akuten Notfälle vor uns endlich abgearbeitet waren, was gut eine Stunde dauerte. Der Test selbst dauerte dann keine fünf Sekunden. Dass der Test ohne jegliche Schutzkleidung und nur mit einer einfachen Papiermaske seitens der Schwester erfolgte, rundete nur den „guten Eindruck“ ab. Die Fahrt zurück dauerte dank des Feierabendverkehrs oder besser Feierabendstaus nochmals mehr als eine Stunde.

Und da uns ein Test nicht reicht, haben wir uns auch schon gleich mal für den Rückflug beim Testzentrum im Flughafen München angemeldet. Das geht bis zu 30 Tage vorher. Es wird zwar kein Termin benötigt, aber man spart sich die mühselige Dateneingabe auf dem Handy und bekommt schon den QR Code, mit dem man direkt zum Test gehen kann. In Bayern gibt es immer noch kostenlose Tests für alle Reiserückkehrer am Flughafen München. O.k., dass diese Anmeldung überflüssig war, stellten wir am Rückreisetag fest.

Inzwischen ist es Freitag und uns erreicht eine SMS von TUI Cruises. Wegen eines Streiks der griechischen Fluglotsen müssen die Abflugzeiten angepasst werden. Unser Flug ab München mit TUIfly X3 4688 wird erst um 15:45 Uhr starten mit Ankunft um 19:35 Uhr. Die ursprüngliche Abflugzeit war 10:40 Uhr. Dann halt erst einmal gemütlich Koffer packen. Übrigens sind nur 20 kg bei TUIfly erlaubt. Meine Kofferwaage zeigte nach dem ersten Test 18,55 kg. Passt und hat Luft!

Die griechischen Fluglotsten streikten übrigens von 13:30 Uhr bis 18:30 Uhr. Alle Flüge von Hamburg/Berlin, Hannover/München, Düsseldorf und Frankfurt wurden geändert und kamen nun erst zwischen 18:30 Uhr und 19:35 Uhr in Heraklion an. Das verzögerte auch die Rückflüge der abreisenden Passagiere. Der Flug nach München wurde wegen des Nachtflugverbots nach Nürnberg umgeleitet und ein Bustransfer nach München angeboten.

Kurze Zeit später kommt eine zweite SMS mit der Mitteilung, dass – zu unserer Beruhigung – die Testergebnisse Gültigkeit behielten. Bei einem Test kurz vor 17 Uhr am Donnerstag wäre es mit Abflug 15:45 Uhr (also griechischer Zeit 16:45 Uhr) knapp geworden. Dann passt das ja! Inzwischen waren per E-Mail auch die neuen Flugzeiten übermittelt worden. In der App waren sie ebenfalls schon eingespielt. Absolut vorbildliche Information der Passagiere!

Übrigens, spätestens 24 Stunden vor der Abreise muss sich jeder online bei den griechischen Behörden registriert haben – eine Anmeldung pro Familie reicht. TUI Cruises übermittelt mit den Reiseunterlagen auch einen Link zu einer ausführlichen Anleitung, wie das Formular auszufüllen ist. Wie wir später auf der Reise erfahren, haben etwa 50 Personen dies nicht korrekt gemacht. Bei korrekter Anmeldung erhält man in der Nacht des Abreisetags eine E-Mail mit einem QR-Code. Ohne diesen QR-Code verweigert TUIfly bereits den Check-in. Dazu später dann noch mehr.

Samstag – es kommt noch verwirrender, der Flughafen München zeigt den Abflug unserer Maschine für 5:55 Uhr an. Also die Service Hotline kontaktieren, die uns allerdings beruhigen kann, es bleibt bei 15:45 Uhr. In der App war inzwischen das Entertainment freigeschaltet, also reservieren wir uns online Plätze. Auch die kostenlosen Sportkurse waren reservierbar. Ob wir das dann wirklich alles machen können, wird sich wohl erst vor Ort herausstellen. 18 Uhr ist vorbei und wir haben keinen Anruf erhalten. Dann waren unsere Tests offensichtlich negativ! Es kann losgehen.

Sonntag – gemütliches Aufstehen ist angesagt! In aller Ruhe können wir die Wohnung urlaubsfest machen, den Kater in sein Urlaubsquartier bringen und am frühen Nachmittag mit der S-Bahn zum Flughafen München fahren.

Wir hatten uns Zeit genommen und sind eine S-Bahn früher gefahren. Der Check-in war im Zentralbereich, der Abflug von Terminal 2 am Gate 33. Die Schlange am Check-in war überschaubar und es ging flott. Online können gegen Gebühr vorab zwar Sitzplätze reserviert werden, was wir auch für beide Flüge gemacht haben (Preis je nach Lage, bei uns einmal 17 und einmal 10 Euro pro Person). Ansonsten wird der Platz automatisch zugewiesen. Ein Online Check-in vorab ist aber nicht möglich und entsprechend auch ein Boarding Pass.

Der Flug von TUIfly X3 4688 kommt bereits aus Hannover und die armen Passagiere kamen in München gut eine Stunde vor unserer Abflugzeit um 15:45 Uhr an.

Boarding ging schnell und gesittet mit Abstand. Dann leider noch die Ansage, dass die Griechen zwar wieder arbeiten, aber Dienst nach Vorschrift machen würden. Wir müssten noch auf unseren Abflugslot warten. Eine halbe Stunde hoben wir verspätet ab. Service gibt es bei TUIfly nur gegen Bezahlung, sei es Getränke oder Snacks. Wir hatten nichts online vorbestellt, entschlossen uns dann aber zu einem Muffin mit Tee (4,50 Euro) bzw. für mich ein Holsteiner Brot mit Gouda (5 Euro) sowie einen Kaffee (2,50 Euro). Beides war völlig in Ordnung. Der Kaffee war eindeutig besser als bei der Lufthansa. Neben uns in München noch eine Maschine der Ethiad in Manchester United Lackierung. Übrigens wird vor dem Abflug durchgesagt, man möge bitte den QR-Code auf dem Boardingpass einscannen, um die Angebotskarte für den Service und den zollfreien Einkauf zu erhalten.

Bis zur Ankunft in Heraklion hatten wir 20 Minuten der Verspätung wieder gut gemacht – Landung um 19:45 Uhr. Es war allerdings inzwischen stockdunkel. Die Sitzplatzreservierung für die vorderen Plätze für je 17 Euro hätten wir uns sparen können. Zum einen flogen wir westwärts an, so dass wir gar nicht über den Hafen flogen, zum anderen war es ohnehin zu dunkel, um Fotos zu machen.

Ausgestiegen wurde auf dem Vorfeld. Mit Bussen ging es zum Terminalgebäude. Und dort begann das organisierte griechische Chaos. Da nun ja alle Flüge mehr oder minder gleichzeitig kamen, staute es sich vor dem Eingang – ohne jeglichen Abstand, nur noch Gedränge. Dort wurde nur gecheckt, ob wir einen Barcode haben, eingescannt wurde er nicht. Die Koffer von mehreren Flügen kamen an einem Kofferband an. Auch hier nur Chaos. Gefühlt dauerte es ewig, aber eigentlich ging es doch recht flott. Draußen wurden wir von Mitarbeitern mit TUI Cruises Schildern zu den Bussen geleitet. Kleine Kritik an der Organisation des Bustransfers: Hier gab es keine Ansage, dass man bitte eine Reihe freilassen soll. So saßen dann doch alle eher geballt, obwohl der Bus halb leer war. Eine Stunde nach Landung fuhren wir bereits die 10 Minuten zum Hafen.

Im Bus wurden die Gesundheitsformulare kontrolliert. Wer aus einem nationalen Risikogebiet kam – wie wir – durfte nochmals vier Fragen beantworten. Welche Fragen das sind, verraten wir natürlich nicht. Unter bestimmten Konstellationen bei der Antwort wird nochmals ein Antigen-Test gemacht. Für uns ging es ohne weiteren Test in Richtung Check-in. Zuvor wurde im Vorbeilaufen ohne Maske die Temperatur gemessen. An den Schaltern wurde zunächst nur der Reisepass fotografiert und das Sicherheitsfoto gemacht. Nach der Security ging es zum Schiff. Es im Schiff wurde der Schiffspass eingelesen. Wir waren an Bord!

Erst einmal hoch zur Kabine. Die Bordkarten befinden sich in einem verschlossenen Umschlag an der Tür. Auf der Kabine befanden sich bereits das Tagesprogramm von heute und morgen sowie die Tickets für die vorgebuchten Landausflüge. Außerdem gibt es für jeden Passagier ein Päckchen mit fünf Papiermasken. Danke an TUI Cruises für die Pralinen und den Champagner!

Es war bereits deutlich nach 21 Uhr. Noch schnell in die Osteria zu unserer Musterstation. Die Seenotrettungsübung wird in kleinen Gruppen mit Abstand durchgeführt. Dafür sorgen die Hütchen am Boden.

Wir gingen noch auf einen kleinen Snack ins Buffetrestaurant Anckelmannsplatz. Alle Restaurants hatten ab 20 Uhr geöffnet und das bis 23:30 Uhr aufgrund der späten Anreise aller Passagiere.

Da der Poolbereich schön beleuchtet war gingen wir hinaus. Noch immer hatte es angenehme 24 Grad. Also beschlossen wir an der Überschau Bar in einem der Strandkörbe noch einen Cocktail zu genießen – ein Cosmo geht immer! Der Mai Tai war allerdings besser als der Cosmo – zu viel Cranberrysaft und warum eigentlich Limettensirup? Das kläre ich später noch!

Inzwischen doch ordentlich müde ging es gegen 23 Uhr ins Bett. Das Auslaufen war auf Mitternacht verschoben worden. Ich bekam es noch im Halbschlaf mit. Die Auslaufmusik hört man selbst bei geschlossener Balkontür auf der Kabine.

Weiter geht es mit Tag 2 auf der Mein Schiff 6 und dem ersten Seetag.

Anmerkung: Cruisediary.de reiste auf der Mein Schiff 6 auf Einladung von TUI Cruises.

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