Blick über Tallinn

Regal Princess – Tag 4 Tallinn – Domberg und Foodtour

Um 6:30 Uhr waren wir wach und machten uns fertig. Der Pilot von Tallinn kam gerade an Bord. Das Meer ist spiegelglatt und keinerlei Wind – selten für Tallinn.

Frühstück gab es wieder im Horizon Court. Ich probierte mal die Omelett-Station aus. Sehr schöne Auswahl! Ich entschied mich für Lachs, Pilze, Käse, Spinat und Spargel.

Hinter uns waren bereits die MSC Meraviglia und die AIDAmar zu sehen. Wir gingen kurz nach 8 Uhr von Bord und machten viel zu viele Fotos von der Regal Princess und natürlich vom Einlaufen der beiden anderen Schiffe.

Im Hafen von Tallinn gibt es übrigens ganz nette Souvenirstände auch mit lokalem Kunsthandwerk. Ein Shuttle wurde ebenfalls angeboten. Wir laufen natürlich lieber.

Vor den Massen machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Wir waren beide bereits in Tallinn (aber nicht gemeinsam). 2016 hatte ich auf der Reise mit der Celebrity Silhouette eine Free Walking Tour in Tallinn gemacht und wir liefen einfach diesen Weg nach. Über den Kanonenturm Fette Margarethe (leider ist das Estonian Maritime Museum gerade in Renovierung) gingen wir über die Gasse Tolli und weiter entlang der Stadtmauer bis zum Stadttor beim Domberg (auf der Bahnhofseite).

Über die Treppen ging es nach oben zum ersten Aussichtspunkt über die Stadt. Ein Becher frisch gepresster Orangen und Granatapfelsaft (5 Euro) tat gut nach dem Aufstieg.

Weiter ging es durch die Gassen der Oberstadt zum zweiten Aussichtspunkt.

Anschließend liefen wir zur evangelischen Kathedrale zur Heiligen Jungfrau Maria, die ein Zeugnis der deutschen Bevölkerung von Tallinn ist. Die Kirche machte gerade auf und wir investierten 5 Euro in die Turmbesteigung. Der Turmwächer schloss auf und wir liefen hinterher (im Dunkeln, denn der Lichtschalter ist erst oben). Vom Turm aus eröffnet sich eine schöne Aussicht auf die orthodoxe Aleksander Newski Kathedrale. Der Aufstieg hat sich gelohnt! Anschließend besichtigten wir noch die Kirche selbst (die Kirche kostet 2 Euro Eintritt ohne Turmbesteigung). Die deutsche Geschichte der Kirche zieht sich hin bis in die Neuzeit. Die Glocken im Turm tragen deutsche Inschriften und eine stammt aus dem Jahr 1955. Die kunstvoll geschnitzen Wappen in der Kirche tragen viele deutsche Namen.

Weiter ging es zur russisch-orthodoxen Alexander Newski Kathedrale. Diese kann zwar auch von innen besichtigt werden, Fotos sind aber nicht erlaubt.

Rechts führt der Weg weiter durch die Stadtmauer hindurch gleich links durch den kleinen Torbogen die schmale Gasse hinunter zur Altstadt.

Am Marktplatz machten wir einige Fotos.

Wir hatten noch gut eine Stunde Zeit bis zu unserer Foodtour um 11:30 Uhr. Also gingen wir ins Café Maiasmokk, dem ältesten Kaffeehaus in Tallinn, für einen Cappuccino. Wir sahen noch kurz der Marzipanmalerin zu und gingen dann über den Marktplatz zur Touristeninformation. Zu diesem Zeitpunkt waren übrigens die 10.000 Schritte bereits überschritten.

Und nochmals über den Marktplatz mit dem Rathaus.

An der Touristeninformation hinter dem Rathaus wartete bereits Rasmus von Foodsightseeing für unsere Tallin Food Tour (70 Euro, 85 Euro mit Transfer zum Schiff). Es war erst 11:15 Uhr (11:30 Uhr war Start) und es stellte sich heraus, dass wir tatsächlich mal wieder die Einzigen waren und eine private Tour erhielten. Der erste Stopp war das Mittelalter Restaurant Peppersack, wo wir eine Kürbis-Pastinaken-Suppe mit Kürbiskernen und Sonnenblumenkernen sowie Balsamicoessig kosteten. Dazu gab es einen estnischen Honig-Pfeffer-Schnaps, der aber deutlich milder und runder im Geschmack war als der Vodka gestern. Im Peppersack gibt es zudem eine Bäckerei mit dem besten Brot der Stadt. Rasmus erklärte natürlich auch die Historie des Gebäudes.

Weiter ging es ins Café Reval, eine aufstrebende Kaffeekette in Estland. Dort gab es die estnische Variante der Pelmini mit Lamm-Füllung. Dazu wurde ein Glas frisch gepresster Apfel-Karotten-Saft serviert. Das Café ist auch baulich interessant, weil ein Teil der historischen Stadtmauer im Innern zu sehen ist.

Der nächste Stopp war die Schokoladenmanufaktur Chocolala. Äußerst leckere Pralinen und die meisten davon mit Preisen ausgezeichnet. Die Füllungen reichen von Brombeermarmelade über Birken-Sirup bis Tannenspitzen-Sirup und Rum und dem lokalen Likör Vana Tallinn (karibischer Rum mit Gewürzen). Im Keller beherbergt der Laden ein kleines Museum zur Schokoladenproduktion in Tallinn und Estland, die überwiegend von Deutschen begründet wurde. Georg Johan Stude – ein Deutsch-Balte – spielte hier eine wesentliche Rolle. Er gründete auch das Café Maiasmokk. Grund für die Schokoladenproduktion in Estland war das liebe Geld, denn während Schokolade hoch besteuert wurde, war die Einfuhr der Rohkakaobohnen steuerfrei. Wir haben alle Pralinen auf dem Teller verkostet und ja, wir hätten auch jeder eine bekommen.

Weiter ging es durch die Gassen der Altstadt vorbei an einem weiteren Stadttor und entlang der Stadtmauer zum Projekt Katariina Gild. Hier wurden historische Gebäude saniert und estnische Kunsthandwerkerinnen fanden eine Bleibe – Filzen, Drucken, Quilten und mehr. Eine schöne Gelegenheit auch um Mitbringsel der besonderen Art zu erstehen. Die Foodtour enthält auch Geschichte und Sightseeing.

Der nächste Stopp führte uns zurück ins Café Maiasmokk in einen privaten Raum im ersten Obergeschoss, das früher die Wohnung des Gründers Georg Johan Stude war. Dort bekamen wir ein estnisches Schwarzbrot mit Sprotten. Dazu gab es einen Shake aus frischen Erdbeeren und estnischem Kefir mit Kama. Kama ist eine Art grobes Mehl aus geröstetem Getreide, Erbsen oder auch Bohnen. Es wird gerne in Kefir, Buttermilch oder Joghurt gemischt. Wir haben später noch eine Packung erstanden.

Ein kurzer Zwischenstopp führte uns in die historische Apotheke (Antik Raeapteek) am Marktplatz, die 1422 erstmals erwähnt wurde (aber damals schon in dritter Generation bestand). Hier soll der Legende nach der Lehrling Martin das Martin´s Panum – Marzipan – erfunden haben als Heilmittel gegen gebrochene Herzen. Auch das wurde natürlich probiert. Außerdem ist die Apotheke für ihren Kräuterlikör bekannt.

Von dort aus ging es weiter mit einer kleinen Führung durch die Altstadt zum Bahnhof, wo sich die Markthallen Balti Jaama Turk befinden.

Vorne sind überdacht die eigentlichen Marktstände des Obst- und Gemüsemarkts.

Auf drei Ebenen ist hier nicht nur ein Markt, oben befindet sich ein Antikmarkt, in der Mitte sind weitere Stände und zahlreiche Restaurants zu finden und unten gbit es sogar einen großen Supermarkt, wo wir später Kama kauften.

Dort besuchten wir das Café So Brooklyn und aßen eine selbst gemachte Waffel mit einer Frischkäsecreme mit Kama gefüllt.

Zum Abschluss gab es noch einen Kaffee bei einer lokalen Kaffeerösterei. Hier gibt es wechselnde Tagesröstungen, heute aus Burundi. Rund um die Markthallen hat sich zudem eine Kunstszene etabliert.

Rasmus verband die Tour immer wieder mit einer kleinen Stadtführung und der Geschichte Tallinns. Aus unserer Sicht eine sehr empfehlenswerte Tour, um auch die lokalen Spezialitäten kennenzulernen, die man so kaum finden oder in einem Restaurant bestellen würde. Nach mehr als 3 Stunden verabschiedeten wir uns von Rasmus und gingen noch hinunter in den Supermarkt, um eine Packung Kama zu kaufen.

Inzwischen war es bereits 15:15 Uhr. Wir gingen nochmals zurück über die Altstadt, wo wir noch einen Kunsthandwerk-Laden besuchten, den ich von meinem letzten Aufenthalt kannte, und dann weiter zum Hafen. Wie war das noch, kann man zu viele Schiffsfotos haben?

16:30 Uhr war alle an Bord. Wir waren um 16:10 Uhr zurück auf unserer Kabine – nach 20.000 Schritten. Wir gingen hoch an Deck zum Auslaufen und lauschten der Love Boat Melodie unseres Typhons oder Schiffshorns.

Anschließend ging es hinunter in die The Piazza Bar. Dort hatte um 17 Uhr der Cocktail-Event Good Spirits at Sea gestartet. Wir hatten das schon mehrfach im Tagesprogramm Princess Patter gesehen, aber es passte nie von der Zeit. Ausgefallene Cocktails mit einem Twist aus 11 verschiedenen Ländern und Erklärungen vom Mixologist sowie Videos aus den jeweiligen Ländern. Zu jedem Cocktail gibt es auch eine Rezeptkarte zum Mitnehmen. Die Cocktails liegen mit 12 Dollar etwas höher im Preis. Wer übrigens alle 11 Karten sammelt, bekommt ein T-Shirt (es kann natürlich auch gemeinsam gesammelt werden). Wir entschieden uns heute für einen Cartagena Cool und einen Butterfly. Der Butterfly ist ein Gin Tonic mit Butterfly Tea, der bei Zugabe von Säure die Farbe von Blau zu Lila wechselt. Wir kennen diesen Effekt bereits vom Münchner Gin Illusionist oder dem Gin Joseph Blue Edition von Lantenhammer. Hier enthalten die Gins bereits die Schmetterlingsblüte (Clitoria Ternatea). Beim Butterfly Cocktail wird die Schmetterlingsblüte zum Tee aufgebrüht und gesondert zum Cocktail gegeben.

Die Speisekarte für das Abendessen im Hauptrestaurant sprach uns heute nicht so wirklich an und wir hatten auch relativ viel bei unserer Foodtour gegessen.

Also entschieden wir uns für die Ocean Terrace Seafood Bar. Wir zogen uns um und gingen hinunter auf Deck 7. Die Treasure Chest für 20 Dollar ist für 2 Personen (10 Dollar, wenn man eine Flasche Wein kauft). Sehr guter Fisch, der auf der Zunge zergeht! Der Aufpreis lohnt sich auf jeden Fall.

Meinen Mann gelüstete es noch nach einem Nachtisch und so gab es für ihn noch ein Eis vom Gelato. Hier dann die Ocean Medallion Erfahrung – keine Kabinennummer nichts, nein, Sie sind schon erfasst!

Um 20 Uhr war heute Showtime mit dem kanadischen Comedian Doug Funk. Achtung, hier spielt das Publikum eine große Rolle. Wer gute Englisch-Kenntnisse hat, wird aus dem Lachen kaum herauskommen. Die Show dauert nur gut eine halbe Stunde.

Beim Effy-Event um 20:45 Uhr gewannen wir nichts und liefen weiter zum Atrium, wo um 21 Uhr „Do You Wanna Dance?“ startete – eine Art Let´s Dance mit Passagieren und Crew. Um 21:30 Uhr gingen wir hoch zur Fountain-Show Watercolor Fanfare „Fantasy“, die aber etwas im Wind unterging. Die Shows dauern ca. 15 Minuten. Es gibt übrigens Decken. Für die Kino-Events (heute war es Bohemian Rhapsody) wird am Swirls auch Popcorn ausgegeben (kostenlos).

Parallel zu uns fuhr die Mein Schiff 1 – Rockliner mit Udo Lindenberg.

Dann fotografierten wir noch etwas den Sonnenuntergang und auch der Mond stand fast voll am Himmel.

Mein Fitbit zeigte inzwischen 25.000 Schritte an. Zeit um ins Bett zu gehen.

Weiter geht es mit Tag 5 – einem Seetag auf dem Weg nach Warnemünde.

Anmerkung: Cruisediary.de reiste auf der Regal Princess auf Einladung von Princess Cruises. Die Anreise wurde selbst bezahlt.