Nebel vor Neufundland

Queen Mary 2 – Tag 5 Im Nebel vor Neufundland

Langsam stellt sich Routine ein und die Entschleunigung beginnt.

Sonnenaufgang: 5:35 Uhr
Sonnenuntergang: 20:26 Uhr
Dress Code: Smart Attire
Time Change: Pause

Ich war bereits gegen 3 Uhr wach und konnte nicht wirklich wieder schlafen. Aber das Stretching und ich um 7 Uhr werden uns wohl nicht mehr anfreunden auf dieser Reise. Durch das frühe Aufwachen war ich einfach nur müde. Draußen sah man die Hand nicht vor Augen… oder im Nebel vor Neufundland. Alle zwei Minuten hörte man das Nebelhorn vom Bug her tönen.

Angedacht war ein Frühstück in der Carinthia Lounge, aber dort macht das kleine Buffet erst um 8 Uhr auf und wir waren noch 15 Minuten zu früh. Doch im Kings Court essen? Nein, wir gehen hinunter ins Britannia Restaurant und ich teste die Eggs Benedict. Diese stehen mit Schinken in der Speisekarte, aber der Sonderwunsch Räucherlachs statt Schinken war kein Problem. Davor gab es noch Joghurt mit Obstsalat.

Anschließend eilte ich zum ConneXions zur Ticketausgabe für das Planetarium. „Live Planetarium: Exploring The Night Sky“ stand für 12:30 Uhr, 13:15 Uhr oder 14:00 Uhr im Programm. Ich war gegen 8:45 Uhr unten und die Schlange war schon deutlich länger als beim ersten Mal. Aber pünktlich um 9 Uhr ging es rasch voran und wir bekamen zwei Karten für 14 Uhr wie gewünscht. Die britische Schlangenbildung wird an Bord sehr ernst genommen und Vordrängler, die sich Freunden anschließen sind nicht gerne gesehen. Mein Tipp ist auf jeden Fall das Programm frühzeitig zu lesen und bei allen Veranstaltungen mindestens eine Viertelstunde vorher da zu sein. Auch bei Veranstaltungen, für die eine Voranmeldung nötig ist, sollte man nicht erst zum angegebenen Zeitpunkt der Öffnung der Anmeldung erscheinen. Viele Veranstaltungen sind „ongoing“, also mehrteilig und werden im Lauf der Woche fortgesetzt, so dass ein Einstieg allenfalls noch am zweiten Tag möglich ist. Auch hier sollte man das Programm des ersten Tags sorgfältig ansehen, wenn man an solchen Aktivitäten teilnehmen möchte.

Wir gingen anschließend in den Commodore Club zum Arbeiten. Auch zum Sticken blieb etwas Zeit.

Hier wurden schon wieder Vorbereitungen für eine Trauung getroffen. Gestern war die erste Hochzeit an Bord – drei Hochzeiten und ein Todesfall werden es werden. Letzteres betraf das Verstreuen der Asche eines Verstorbenen im Rahmen dieser Reise.

Neben Musik gab es natürlich wieder Vorträge und Aktionen des English National Ballet. Es gibt auch einen Gästechor, der jeden Tag um 13:15 Uhr probt. Filme wurden gezeigt, morgens gab es täglich einen katholischen Gottesdienst, Spiele wurden gespielt, Trivias, Computerkurse für Apple Geräte wurden angeboten, Uhren- und Schmuck-Seminare und vieles mehr. Es gibt übrigens diverse, im Programm gekennzeichnete Versanstaltung, bei denen Punkte gesammelt werden können, die am Ende der Reise dann in Preise eingelöst werden.

Weiter Nebel vor Neufundland teils mit interessanten Stimmungen:

Zum Mittagessen wollten wir eigentlich in die Carinthia Lounge. Dort wurde ab 12:30 Uhr Dixieland Music von der Royal Court Theatre Band gespielt. Doch hier war bereits alles voll. Und nebenan im Kings Court war ein Seafood Buffet aufgebaut. Und das sah nicht nur lecker aus!

Im Britannia Restaurant gab es diese Speisekarte:

Anschließend fanden wir doch noch einen Platz in der Carinthia Lounge und lauschten der Musik. Das erinnert uns an unsere Raddampfer-Fahrten auf dem Ohio und Mississippi.

Dann war es schon wieder Zeit zum Planetarium zu gehen. Charles Barclay von der Royal Astronomical Society erklärte den Herbsthimmel. Fotos sind weder erlaubt, noch waren sie technisch möglich. Am Abend würde es übrigens ein Star Gazing beim The Lookout geben, aber das fiel wegen Nebels immer aus. Inzwischen besserte sich plötzlich das Wetter.

Anschließend standen der übliche Kalorienabbau und das Spa auf dem Programm.

Während wir auf dem Cross Trainer waren kam eine Durchsage des Kapitäns. Wir hatten den Kurs geändert, um näher an Land für eine Hubschrauber-Evakuierung zu sein. Alle Außendecks einschließlich der Balkone mussten umgehend verlassen werden. Wir sahen noch den Hubschrauber der kanadischen Rettungskräfte. Am nächsten Tag erfuhren wir bei der Mittagsdurchsage, dass es dem Passagier in einem Krankenhaus in St. John´s deutlich besser gehe.

Durch den Kurswechsel kamen wir näher an Land und damit auch ins besseres Wetter. Leider verpassten wir im Spa die zahlreichen Wale, die wohl teilweise relativ nahe am Schiff waren.

Nachdem wir uns für den Abend fertig gemacht hatten, gingen wir gegen 17:30 Uhr in den Commodore Club auf einen Cocktail. Der Plan war eigentlich, um 19:45 Uhr in die Carinthia Lounge zu wechseln für den zweiten Teil der Dixieland Musik. Aber dann kam der Rest unsere Gruppe und aus einem wurden zwei Cocktails vor dem Abendessen.

Gegen 19:30 Uhr waren wir übrigens 260 Seemeilen südlich der Stelle, an der die Titanic am Grund des Ozeans liegt.

Das fand für uns heute im Kings Court Alternative Dining um 20 Uhr statt. Der hintere, durch das Treppenhaus abgetrennte Bereich des Kings Court neben der Chef´s Galley wird Abends zum Bedienrestaurant mit unterschiedlichen Themen. Heute Abend war es Smokehouse – American Cuisine. Die Zuzahlung beträgt hier 19,50 Dollar. Übrigens nebenan in der Chef´s Galley gibt es Abends Pasta und Pizza nach Wunsch. Fieserweise kann man mehrere Hauptgerichte bestellen, die auf einem Teller serviert werden. Dasselbe galt für die Nachspeisen.

Das war übrigens das Abendessen im Britannia Restaurant:

Abendstimmung:

Um 22:30 Uhr gab es im Royal Court Theatre die zweite Production Show mit dem Titel „Rhythm of the Night“ mit lateinamerikanischer Musik. Wieder war Fotografieren nicht erlaubt.

Anschließend ging es ins Bett.

Heute wurden die Ausschiffungsinformationen verteilt. Die Kabine muss bis 8:30 Uhr geräumt sein. Ansonsten wird nach Status und Deck ausgeschifft. Mit Deck 4 wären wir erst um 11 Uhr als Letzte mit der Ausschiffung dran. Alternativ gibt es den Self Check Out ab 7 Uhr. Also tragen wir unsere Koffer lieber selbst von Bord anstatt sie bis 23 Uhr vor die Tür zu stellen.

Weiter geht es mit Tag 6 und einem weiteren Seetag.

Anmerkung: Cruisediary.de reiste auf der Queen Mary 2 auf Einladung von Cunard. Die Anreise wurde selbst bezahlt.