Creek Street

Tag 11 Ketchikan – Regenwald und Schwarzbären

Ketchikan ist nicht nur die erste Stadt Alaskas. Es ist auch die regenreichste Stadt in Alaska – doch wir haben wieder einmal Glück!

Ankunft: 11:01 Uhr
Abfahrt: 18:42 Uhr
Wetter: 14°C, bedeckt, gute Sicht
Wind: aus südöstlichen Richtungen, 9 Knoten
Dress Code: sportlich elegant
Entfernung bis Vancouver: 532 Seemeilen
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14,5 Knoten

Aus irgendeinem Grund wachte ich kurz nach Mitternacht auf und konnte nicht mehr einschlafen. Entsprechend wachte ich wie gerädert auf, konnte aber auch nicht länger als bis 7 Uhr schlafen. Dadurch schafften wir es aber heute einmal ins Rotterdam Restaurant zum Frühstück. Die anderen Tage waren wir einfach zu früh dran. Wir bekamen einen schönen Tisch am Heck und genossen das Frühstück. Nach der halb durchwachten Nacht, brauchte ich etwas Stärkeres als einen normalen Kaffee und bestellte einen Cappuccino. Der steht übrigens in der Karte mit 1,75 Dollar, kostete dann aber 2,25 Dollar (plus 15%). Dazu nahm ich ein Müsli mit Pflaumen und anschließend Buchweizen-Pancakes.

An der Kabine hingen heute Morgen die Abreiseinformationen samt der Zollformulare für die Einreise nach Kanada. Bereits am zweiten Tag hatten wir das Formular für die Abreise-Arrangements erhalten. Es gäbe auch einen Bus zum Flughafen nach Seattle für 65 Dollar. Gut, wir hatten nun schon den Amtrak Cascades gebucht. Wir hatten uns für die Self Disembarkation entschieden und werden unsere Koffer bis 8:45 Uhr selbst von Bord nehmen.

Wir gingen im Anschluss ins Crow´s Nest und genossen die vorbeiziehende Landschaft. Sollte uns die regenreichste Stadt in Alaska mal wieder mit Sonne verwöhnen? Im Moment sah es gut aus. Bei einem kleinen Steinhaufen im Meer sahen wir plötzlich mehrere Blows. Eine ganze Gruppe Buckelwale ging offensichtlich auf Jagd. Sorry, die Fotos entstanden durch das Fenster im Crow´s Nest.

Um 10 Uhr gab es American´s Test Kitchen mit „Salat zum Abendessen“. Die Einfahrt nach Ketchikan mit den neben dem Schiff startenden und landenden Wasserflugzeugen war allerdings spannender als ein „Salat zum Abendessen“ und so blieben wir im Crow´s Nest. Pünktlich um 11 Uhr erreichten wir Ketchikan.

Die Island Princess, die Norwegian Pearl und die Oosterdam lagen bereits am Pier. Wir legten unmittelbar im Stadtzentrum an. Die Oosterdam verließ übrigens um 13 Uhr Ketchikan und machte Platz für die Celebrity Infinity.

Panorama vom Anlegen in Ketchikan:

Panorama Ketchikan
Panorama Ketchikan

Eigentlich war der Plan mit dem öffentlichen Bus zum Totem Bight State Park zu fahren. Kurzfristig hatten wir doch noch eine Tour über das Schiff gebucht Alaska Rainforest Sanctuary Adventure & Raptor Center (89,95 Dollar/Person). Um 11:30 Uhr war hierfür Treffen am Pier. Wie schon von Cruise Director Bruce angekündigt, staute es sich heute beim Verlassen des Schiffs. Neben dem eigentlichen Ausgang auf Deck 2 wurde noch der Ausgang auf dem A Deck, der eigentlich für die Crew gedacht war, geöffnet und so löste sich der Stau schnell auf. Am Pier war es allerdings nicht weniger chaotisch. Unser Ausflug war noch nicht „angeschrieben“. Irgendwann bekamen wir die Info, zu einem bestimmten Bus zu gehen. Der stellte sich dann aber bereits als voll heraus. Versehentlich waren diesem Bus zwei Gruppen zugeteilt worden. Also muss ein bereits abgefahrener Bus wieder zurückbeordert werden. Aber schließlich klappte auch dies. Zusammen mit der Gruppe Herring Bay Bear Adventure kamen wir am Alaska Rainforest Sanctuary an. Biologe Jake war unsere Führer für unsere auf neun Personen geschrumpfte Gruppe. Ausgestattet mit einem Regenponcho und den nötigen Sicherheitsanweisungen ging es los. Es dürfen übrigens keine unverpackten Lebensmittel oder süße Getränke mitgenommen werden wegen der Bären. Dafür gibt es Boxen, in denen diese Sachen zwischengelagert werden. Jake erklärte uns die Pflanzen- und Tierwelt sowie den Lebenszyklus des Regenwalds und seine Bedeutung für die Natur. Das Ganze war sehr kurzweilig und informativ.

Richtig spannend wurde es allerdings, als ein Schwarzbär beschloss etwa 50 m vor uns gemütlich über den Trail zu wandern und dann im Unterholz wieder zu verschwinden. Leider war er zu schnell, um Fotos zu machen. Ein Stück weiter am Fluss erschien ein weiterer Schwarzbär, auch nur kurz. Diese Fotos musste ich mir von meinem schnelleren Mann „ausleihen“:

Die gut eineinhalbstündige Wanderung endet an einem alten Sägewerk am Fluss, wo sich dieser etwas aufweitet. Gegenüber haben lokale Fischer eine Lachszucht aufgebaut. Die dort gezogenen Jungfische werden ins Meer entlassen und kommen dann später wieder zum Ablaichen zurück. An diesem Flussdelta konnten wir nicht nur mehrere Weißkopf-Seeadler teilweise aus nächster Nähe bewundern, nein auch ein Schwarzbär wanderte dieses Mal fotogen das Ufer entlang. Ein Blue Heron stand ebenfalls dekorativ auf einem Baumstamm.

Im ehemaligen Sägewerk demonstriert ein Totem-Schnitzer seine Kunst. Außerdem können die alten Gerätschaften und Baumschnitte besichtigt werden.

Die weiteren Räume werden vom Raptor Center belegt, das dort verletzte Greifvögel wieder aufpäppelt und in die Wildnis entlässt. Zwei Weißkopf-Seeadler und zwei Falken haben dort ihre Heimat gefunden. Diese Vögel können aufgrund ihrer Verletzungen nicht mehr selbständig in der Wildnis überleben und dienen nun sozusagen als Lehrobjekte.

Im Gift Shop gibt es im Anschluss einen Tee, Kaffee oder heiße Schokolade sowie Cracker mit einer Lachscreme als kleinen Snack. Im Hof stehen weitere Totems. In einem Nebengebäude stellt ein Handwerker aus Altmetall kunstvolle Messer her, die natürlich erworben werden können. Wie beließen es bei den üblichen Magneten und Pins und einer Packung Hunde- und Katzen-Leckerli aus Lachs. Um 14 Uhr brachte uns der Bus zurück zum Schiff.

Insgesamt – abgesehen vom anfänglichen Chaos – ein sehr schöner Ausflug, bei dem wir allerdings mit den Schwarzbären sehr viel Glück hatten. Der Ausflug Herring Cove Bear Adventure ist gut eine Stunde länger und hat damit mehr Zeit für die Bärensuche, kostet aber auch knapp 200 Dollar pro Person.

Wir machten uns erst einmal auf zur Creek Street. Das alte Rotlicht-Viertel ist heute eine malerische Ansammlung von Souvenir-Läden. Auf der Brücke stehen zum Salmon Run immer Angler. Als wir damals Anfang September 2005 in Ketchikan waren, wimmelte es nur so vor Lachsen. Heute waren es immer noch recht viele, mit denen auch ein Seehund seinen „Spaß“ hatte.

Auf dem Rückweg holten wir uns noch den Anhänger von Diamonds International ab, dieses Mal eine Walflosse, und nebenan bei Effy gab es das Set aus Kette und Ohrringen in Rot (10 Dollar oder nur die Kette mit kleinerem Stein gratis). Netterweise bekamen wir neben dem gekauften Set auch noch jeder die Gratis-Kette.

Am Ende des Piers zur Creek Street hin liegt ein Ladenkomplex namens Salmon Landing (erkennbar am „Outlet“). Dort hatte ich 2005 einen Handarbeitsladen – genauer gesagt den Whale´s Tail Quilt Shop entdeckt. Während unsere Tochter im Erdgeschoss nach günstigen Mitbringseln suchte, ging ich in den Quilt Shop und entdeckte zwei Kreuzstich-Muster einer Designerin aus Sitka (einen Eisbären und einen Ptarmigan), die ich natürlich kaufen musste. Dazu kam noch ein Stoffset mit einem Stoff mit den Native Mustern.

Anschließend ging es zurück an Bord. Obwohl wir kein Mittagessen hatten, zog es mich zum Kalorienabbau ins Fitnesscenter.

Dafür gönnten wir uns beim Abendessen eine zweite Vorspeise. Heute war Culinary Council das Motto – Gerichte der Köche des Culinary Councils von Holland America Line unter der Leitung von Chef Rudi Sodamin, der auch eigene Weine auf der Karte hat (mit 29 Dollar günstig). Wir entschlossen uns zum Cabernet Sauvignon aus dem Columbia Valley – fruchtig, leicht und wenig Tannine. Dazu die Gerichte von Rudi Sodamin.

Es blieb noch Zeit für das 19 Uhr Trivia mit Luzzara in der Mix Bar. Allerdings konnten wir heute mit 15 Punkten keinen Blumentopf gewinnen (29 Punkte hatten die Sieger). Zu gewinnen gibt es aber ohnehin nichts – Luzzara verteilte wie üblich die Walflossen-Pins.

Die heutige Show um 20 Uhr (bzw. 22 Uhr) trug den Titel „Roadhouse“ und war die zweite Production Show des Ensembles der Zaandam. Erneut eine sehr schön gemachte und gut performte Show mit exzellenten Sängern. Ach ja, die Leadsängerin Bailey war heute mit uns auf dem Ausflug.

Wir ließen den Tag wieder bei Piano Entertainer Stevie in der Mix Bar ausklingen mit einem Whiskey Smash und einem Coctal Jerez.

Zum Abschluss noch das heutige Handtuchtier:

Morgen erwartet und ein ruhiger Seetag und die Inside Passage.

Anmerkung: Cruisediary.de hat diese Reise selbst finanziert. Holland America Line unterstützt uns mit einem Kabinen-Upgrade und Internet an Bord.