noch ein Lachs

Tag 9 Haines – Lachse, Bären und Bourbon

Der erste Landgang in Haines steht an!

Ankunft: 6:26 Uhr
Abfahrt: 20:52 Uhr
Wetter: 12°C, Regen, gute Sicht
Wind: aus nörlicher Richtung, 7 Knoten
Dress Code: sportlich elegant
Entfernung bis Juneau: 87 Seemeilen
Durchschnittsgeschwindigkeit: 8,9 Knoten

Bereits deutlich vor 6 Uhr wurden wir durch die Maschinengeräusche beim Anlegen aufgeweckt. Fertig machen und in den Lido Market zum Frühstück.

Haines hat direkt am Hafen eine Touristeninformation einschließlich Toiletten. Ein Golf Cart fährt die Gäste den Pier bis zum Hafenausgang. An der Touristeninformation ist die Haltestelle des kostenlosen Shuttlebusses, der eine Runde mit mehreren Stopps durch den Ort dreht und dabei auch an allen Museen hält.

Um 8:35 Uhr mussten wir am Hafenausgang sein. Bei Rainbow Glacier Adventures hatten wir die Tour Chilkoot Lake Nature und Wildlife Viewing gebucht (132 Dollar/Person). Unsere Führerin Jen aus Kanada wartete bereits auf uns. 12 Leute fanden sich für diese Tour ein. Jen verteilte erst einmal Ferngläser. Bei einem ersten Stopp erhielten wir eine Einweisung in das Verhalten gegenüber Bären. Weiter ging es in Richtung Chilkoot River. Der Chilkoot River ist nur eine Meile lang zwischen dem Ozean und dem Chilkoot Lake. An einem privaten Garten hielten wir an. Weißkopf-Seeadler und Harbor Seals waren zu sehen.

Der Chilkoot River ist eigentlich quasi eine Garantie für Bärensichtungen. Es wollte sich aber kein Bär zeigen. Wir fuhren weiter in Richtung See, als einer unserer Mitfahrer einen Bären sichtete. Dummerweise konnten wir nicht anhalten. Also weiter bis zum See und sofort umdrehen und wieder zurückfahren. Bei der Brücke konnten wir schließlich anhalten und aussteigen. Die Grizzly-Dame Speedy kam geradewegs auf die Brücke zu und verzehrte erst einmal genüsslich einen der zahlreichen Lachse.

Dann marschierte sie unter der Brücke durch. Etwa auf Höhe des privaten Gartens setzte sie sich in den Fluss und verzehrte weitere Lachse. Wir fuhren zurück zu dieser Stelle und konnten sie erneut aus nächster Nähe beobachten. Anschließend ließ sie sich flussabwärts auf die andere Flussseite treiben und verschwand im hohen Gras.

Uns führte die Tour weiter in Richtung Chilkat River, wo in einem kleinen Bach ein Laichplatz der Pink Lachse ist. Es ist schon irre zu sehen, dass hier Lachs an Lachs stehen vermischt mit bereits nach dem Laichen gestorbenen Tieren. Man kann buchstäblich ins Wasser fassen. Jen erzählte uns natürlich auch viel über die Lachse. Alle fünf in Alaska vorkommenden Arten laichen auch ins Haines. Die Fische verändern sich allerdings beim Eintritt in den Fluss in Form, Farbe und auch ganze Fleischstücke fallen ab. Die Lachse ernähren nicht nur zahlreiche andere Tierarten sondern auch die gesamte Vegetation.

Leider war es heute fast den ganzen Tag über regnerisch und um die 12 Grad kalt. Tiefe Wolken versperrten die Sicht auf die umliegenden Berge und Gletscher. Jen zeigte uns noch als Ausgleich einen anderen Part von Haines. Natürlich gehört auch eine „Stadtrundfahrt“ zum Programm. Groß ist Haines nun wirklich nicht. Haines hat aber zahlreichen örtliche Künstler, deren Werke im Ort gekauft werden können. Es gab übrigens auch eine kleine Mittagspause mit einem Truthahn-Käse-Sandwich, einem Cookie, einem Apfel und Wasser, das wir in der Nähe einer noch aktiven Cannery (Fisch-Dosen-Fabrik) einnahmen. Die Tour endete gegen 13 Uhr. Wahlweise wurden wir im Ort an der Touristen-Information oder am Schiff wieder abgesetzt.

Wir entschieden uns für den Ort. Wir machten eine kleine Besorgung im Supermarkt an der Ecke Main / Second Street. An dieser Kreuzung ist auch ein großer Souvenir-Laden (Alaska Rod´s) mit Sachen von örtlichen Künstlern, der uns von Jen empfohlen wurde. Schnell Magnet, Pin, einen Schal und noch Fireweed Gelee gekauft. Dann ging es zurück zum Schiff. Wir waren alle etwas durchgefroren.

Nach einem heißen Kaffee und einem Cookie aus dem Lido Market gingen mein Mann und ich nochmals in den Ort. Erst marschierten wir geradeaus hoch in Richtung des ehemaligen Fort Seward, von dem aber lediglich noch Ruinenreste vorhanden sind.

Wir gingen weiter zur American Bald Eagle Foundation. Der Eintritt in das kleine, aber nett gemachte Naturkundemuseum kostet 10 Dollar (übrigens gibt es einen Pass für alle drei Museen in Haines, also auch für das Sheldon Museum und das Hammer Museum, für insgesamt 16 Dollar). Für 5 Dollar mehr können auch die dort in den Volieren vorhandenen Vögel auf geführten Touren besichtigt werden. Also machten wir das.

Weiter ging es zur kleinen Port Chilkoot Destillery, die nur wenige Schritte vom Anleger entfernt ist. Dort werden seit 2013 Vodka, Gin, drei Whiskys und Absinth hergestellt. Für 12 Dollar gönnten wir uns einen Sampler aller sechs Produkte (6 Dollar für 3, 10 Dollar für 5 Gläser). Außerdem gibt es Cocktails. Wer möchte, kann zudem einen Blick in die Destille werfen. Der 50 Fathoms Gin und auch der Boatwright Bourbon sind sehr gut. Von letzterem gönnten wir uns eine kleine Flasche (375 ml für 30 Dollar), die wir natürlich an Bord abgeben mussten.

Zurück am Schiff ging ich zum obligatorischen Kalorienabbau ins Fitness Center. Als ich fertig war, fuhr gerade die Radiance of the Seas vorbei, die in Skagway lag. Später kam noch die Norwegian Jewel vorbei. Die Norwegian Pearl und die Star Princess sollten erst später Skagway verlassen.

Beim Kaffee hatten wir gesehen, dass heute Salmon Bake im Lido Restaurant war. Rein aus Recherchegründen sind wir natürlich dort noch kurz vorbeigegangen. O.k., wir hatten heute im Pinnacle Grill reserviert und nur noch 20:30 Uhr bekommen. Da muss ein kleiner Snack noch sein.

Anschließend ging es auf einen Cocktail ins Crow´s Nest. Für mich einen Anchor Drop und für meinen Mann einen Florida Blue. Inzwischen hatte sich der Regen zu einem Gewitter ausgewachsen.

Heute gab es keine richtige Show, sondern aus der Kooperation mit BBC Earth „Alaska in Concert“ mit Bildern aus Alaska kombiniert mit Live Musik der Band. Wegen des Abendessens sahen wir nur kurz sein, sehr beeindruckende Filmausschnitte der Tierwelt und Landschaften Alaskas!

Um 20:30 Uhr trafen wir pünktlich im Pinnacle Grill ein. Und ich muss sagen, die 39 Dollar sind sehr gut investiert. Wir gönnten uns noch den Lieblingswein meines Mannes, den Cloudy Bay für über 70 Dollar (plus 18%). Ich gebe zu, wir hatten alle drei die Alaska King Crab Legs und unser Tisch sah hinterher eher aus wie ein Schlachtfeld.

Und natürlich darf das Handtuchtier des Tages nicht fehlen:

Morgen erwartet uns Juneau, die Hauptstadt Alaskas.

Anmerkung: Cruisediary.de hat diese Reise selbst finanziert. Holland America Line unterstützt uns mit einem Kabinen-Upgrade und Internet an Bord.