Strand an der Baie Laraie

Seychellen mit der S.Y. Sea Star

Tag 9 La Digue

Erst gegen 7:45 Uhr standen wir auf. Die kleine Katze maunzte schon wieder und bekam etwas Wasser mit Milch. Unser letztes Müsli mit Banane und Apfel reichten für das Frühstück.

Eigentlich wollten wir anschließend die Insel per Fahrrad erkunden, doch es ging ein heftiger Regenschauer nieder und so warteten wir erst einmal ab. Als es wieder aufgehört hat, gingen wir zur Rezeption und ließen uns Fahrräder geben. Dieses Mal erhielten wir sogar ein Schloss. Die Räder sind übrigens alle mit Gangschaltung und relativ neu. Nur eine Fahrradbeleuchtung gibt es selten. Da auch Straßenlaternen eher die Ausnahme denn die Regel sind, kann es doch ziemlich dunkel werden. Ich hatte das vorab bereits gelesen und eine Taschenlampe mitgenommen, die gestern Abend auf dem Heimweg bereits zum Einsatz kam.

Als wir mit den Rädern zurückkamen, sprachen uns unsere Nachbarn an. Sie würden morgen abreisen. Unsere Vorgänger hätten die Katze gefüttert und sie hätten das übernommen, ob wir weiter füttern würden. Kurz darauf hatten wir einen gefühlten Monatsvorrat an Katzenfutter in unserem Bungalow. Wir fürchten allerdings, dass das Kätzchen kein langes Leben haben wird. Am Kopf lässt sich ein Tumor oder etwas ähnliches ertasten.

Wir machten uns auf in Richtung Naturschutzgebiet La Veuve´, aber der Regen hatte gründliche Arbeit geleistet und es war dort noch ziemlich nass. Also fuhren wir die Straße weiter in Richtung Grande Anse. Der Weg hält einige nette Steigungen bereit, aber es war o.k..

Panorama Grande Anse
Panorama Grande Anse

Am Strand befindet sich ein Restaurant und eine Bar. Schwimmen ist hier allerdings wegen der starken Strömung nicht angesagt. Die Brandung ist auch nicht ohne und die Wellen können ganz schön hoch werden. Entsprechende Warnschilder sind aufgestellt.

Videoschwenk über den Grande Anse (Video Franz Neumeier):

Eigentlich wollten wir – ab dem Restaurant geht es nur zu Fuß weiter – noch zur Petite Anse und zur Anse Coco laufen. Aber zum einen spielte mir mein Kreislauf erneut einen Streich und zum anderen stand der Fußweg nach dem Regen unter Wasser. Also fuhren wir wieder zurück. Der Weg führt übrigens durch ein regenwaldartiges Gelände. Man fährt regelrecht durch einen Dschungel. Teilweise mussten wir absteigen, da die Steigung zu stark war.

Auf der Hinfahrt hatten wir drei Buden mit frischen Säften gesehen. Bei der mittleren machten wir eine Pause – Chez Bibi. Ich hatte einen Orangen-Mango-Saft und mein Mann gleich einen ganzen Mix an Obst. 60 Rupee bzw. 75 Rupee kosteten die frisch gemixten Säfte.

So gestärkt ging es weiter. Wir entdeckten noch eine Seitenstraße, die zum Anse Source d´Argent und zum L´Union Estate führen sollte. Allerdings führte diese Straße auch nur zum Haupteingang des L´Union Estate. Eine kleine Open Air Kirche samt Ochsen steht malerisch am Hang neben der Straße. An einer Weggabelung steht ein malerischens kreolisches Holzhaus und hier mussten wir uns entscheiden – zurück in Richtung Hotel oder doch noch einen Abstecher. Wir fuhren auf der oberen Straße in Richtung La Passe weiter. Ein Hotel hatte einen Wegweiser zu diversen Städten in der ganzen Welt – gut, also 7.300 km sind es bis München.

Take Away Mittagessen
Take Away Mittagessen

Eine erneute Entscheidung stand an: zur Caféteria Belle Vue und dem dortigen Aussichtspunkt – laut Wegweiser 1,4 km oder nach La Passe. Da Belle Vue vor allem zum Sonnenuntergang einen schönen Blick verspricht, entschieden wir uns für La Passe. Der Weg führte vorbei an einem anderen uns empfohlenen Restaurant, der Villa Authentique. Wenige Meter weiter war ein Schild Take Away zu sehen und wir hielten an, denn es war inzwischen schon Mittag geworden. Für jeweils 60 Rupee gab es eine Box mit Roasted Chicken bzw. Chicken Curry und dazu Reis und Oktopussalat. Da inzwischen sich der Himmel erneut verdunkelt hatte, fuhren wir zurück zum Hotel und aßen unser Mittagessen auf der Veranda. Eine gute Entscheidung, denn wenige Minuten später öffnete der Himmel wieder seine Schleusen – nicht ungewöhnlich, es ist eigentlich Regenzeit auf den Seychellen.

Nach dem Mittagessen brauchte ich erst einmal eine kleine Pause und legte mich hin. Der Himmel war inzwischen wieder blau.

Irgendwann war die Trägheit überwunden und wir schwangen uns auf die Räder. Zuerst machten wir einen Stopp beim La Veuve´ Naturschutzgebiet, einem kleinen Park-Gelände mitten in La Passe, wo der hier endemische Paradise Flycatcher lebt. Sonntags ist das Education Center geschlossen. Unter der Woche gibt es aber auch Führungen. Ein älterer Herr führte uns gegen ein Trinkgeld durch den Park und wir hatten Glück, ein Päärchen dieses seltenen Vogels zu entdecken. Der schwarze Herr mit seinen langen Schwanzfedern lies sich allerdings nicht für ein Foto herab. Die braune Dame mit der hellen Brust war hingegen etwas fotogener. Auch Seychellen Flughunde haben hier einen Schlafbaum.

Unser eigentliches Ziel war ja der Aussichtspunkt Belle Vue und die dortige Caféteria. 1,4 km sagte der Wegweiser – ich könnte schwören, dass das mindestens 100 Mal so weit war. Nach nur etwa 400 m wurde die Straße so steil, dass wir absteigen und schieben mussten. Und das war noch nicht der steilste Part. Bei über 30°C und einer Luftfeuchtigkeit von locker 90% durch den mehrfachen Regen, rann der Schweiß nur noch in Strömen. Nach etwa zwei Drittel des Wegs kam uns ein deutsches Paar mit Rädern entgegen, die aufgegeben und umgedreht hatten. Wir blieben eisern.

Mit keiner trockenen Faser mehr am Leib erreichten wir Belle Vue, das wirklich einen grandiosen Ausblick über die Seychellen-Inseln und den Sonnenuntergang (gegen 18:30 Uhr) bietet. Zwar gab es heute kein Abendessen, aber immerhin hatte die Bar noch geöffnet und wir waren auch nicht die einzigen Kunden. Ein frischer Fruchtsmoothie für 100 Rupee brachte die Lebensgeister etwas zurück. Belle Vue liegt am Berg Nid d´Angles (Adlernest), der 333 m hoch ist.

Im großen Baum nebenan waren zudem Flughunde am Fressen, so dass reger Flugverkehr herrschte.

Und dann natürlich der grandiose Sonnenuntergang. Wir waren zunächst etwas spektisch, da der Himmel bewölkt war. Dennoch ging die Sichte über Praslin und Silhouette bis Mahé.

Die anschließende Rückfahrt brachte hingegen die ohnehin nicht gerade hervorragend funktionierenden Bremsen unserer Räder buchstäblich zum Glühen. Wer also nach Belle Vue möchte, nehmt ein Taxi, einen der Sammelbusse oder lauft. Alles ist deutlich weniger anstrengend als ein Fahrrad hochzuschieben. Ich musste zunächst zurück ins unser Hotel, duschen und umziehen.

Zum Abendessen ging es heute in die Villa Authentique. Hmm, das Essen und die Cocktails waren an sich ja nicht schlecht. Das Ambiente mit Tischdecke, Tischsets und Stoffservietten etwas gehobener als gestern Abend. Aber… frei nach dem Motto, die Hälfte der Speisekarte war nicht verfügbar (das galt auch für die Cocktails). Das war dann doch etwas seltsam. Aber wir haben dennoch etwas zu Essen gefunden. Shark Chutney und Linsen (ja, ich hatte irgendwie keinen großen Hunger, sonst wären wir zum sonntäglichen Buffet zu Zerof gegangen).

Mit Taschenlampenbeleuchtung ging es wieder zurück in unsere Unterkunft und alsbald ins Bett.

Anmerkung: Cruisediary.de reist auf den Seychellen mit Unterstützung von Silhouette Cruises, dem Seychelles Tourism Board und Seyvillas, deutscher Vermittler von Hotels und Bungalows auf den Seychellen