Costa neoRiviera

Slow Cruising mit der Costa neoRiviera

Tag 7 La Valletta/Malta (7:00 – 23:59 Uhr)

Nach einer schlaftechnisch unruhigen Nacht wachte ich kurz vor 6 Uhr auf. Die Lichter der maltesischen Küste waren bereits zu sehen. Da ist ja noch Zeit für eine Dusche – dachte ich jedenfalls. 20 min später waren wir bereits im Hafenbereich. Die Sonne war erst am Aufgehen und es waren nicht wirklich viele Gäste unterwegs, um sich die Einfahrt und den Sonnenaufgang anzusehen. Die Azamara Quest und die Noordam kamen nach uns in den Hafen und drehten um. Danach holten wir unsere Tochter aus der Kabine ab und gingen zum Frühstück.

Malta bei Sonnenaufgang:

Valletta Waterfront am Morgen
Valletta Waterfront am Morgen

Da wir Malta schon von Landurlauben gut kennen, hatten wir keinen Ausflug gebucht. Die drei heute stattfindenden Ausflüge begannen alle um 8:30 Uhr („Die Perlen von Malta“, 79 Euro; „Aufregende Motorbootfahrt entlang der drei Inseln und Jeep Tour“, 94 Euro; „Die blaue Grotte & Zugfahrt“, 34 Euro). Wir verließen gegen 9 Uhr das Schiff. Geplant war eigentlichen ein Ticket für die Hop On Hop Off Busse von Citysightseeing zu kaufen, denn laut Website kosten diese 15 Euro und beinhalten eine Hafenrundfahrt mit Captain Morgan, die alleine schon 16 Euro kostet. Tja, das Ticket kostet nun 17 Euro und die Hafenrundfahrt ist nicht mehr dabei, sondern kann nur etwas ermäßigt dazu gebucht werden. Dann eben nicht. Es gibt übrigens noch den Anbieter Maltasightseeing.

Infostände am Hafen
Infostände am Hafen

Noch schnell einen Plan von der Touristeninfo mitgenommen und dann rechts entlang des Wassers zum neuen Aufzug zu den Upper Barrakka Gardens, dem Platz für Shipspotter. Die Fahrt nach oben kostet 1 Euro, runter geht es umsonst. Der Aufzug fährt von 7 bis 21 Uhr.

 

Und solche Fotos kann man unter anderem von dort oben machen:

Unten bei den Kanonen standen zwei Soldaten, die eine gewisse Aktivität zeigten. Ein Malteser neben mir sagte mir dann, dass ein Salut geschossen würde. Gerade kam auch schon die Saga Sapphire in den Hafen. Alle 8 Kanonen wurden abgefeuert, eine tolle Foto-Gelegenheit. Die Saluting Battery schießt normalerweise um 12 und um 16 Uhr. Die Zeiten finden sich auch auf einer Tafel in den Upper Barrakka Gardens samt einem Infoblatt.

Die Saluting Battery:

Wir machten uns auf den Weg zum Platz vor der Stadt. Vor einiger Zeit hatte eine Tochter der Deutschen Bahn, Arriva, die Busse in Malta übernommen (schöne private Infoseite über die Busse). Die schönen alten Busse wurden ausgezahlt und eine Flotte Busse aus China angeschafft. Arriva hatte aber keinen Erfolg und so übernahm der Staat die Busse zum Jahreswechsel. Der Platz schien so leer und der frühere Fahrkartenverkauf war verwaist. Links stand ein großer Container, aber der schien den Fahrern als Pausenraum zu dienen. Wir brauchten etwas, um das neue Busterminal links hinter dem Container zu entdecken. Fahrkartenschalter und die Abfahrtsbereiche, alles ordentlich ausgeschildert.

Unser Ziel war die Tempelanlage von Tarxien. Das Tagesticket für die Busse kostet 1,50 Euro, die einfache Fahrt gerade einmal 50 Cent. Wir verpassten die richtige Haltestelle (Neolitiki) und suchten uns den Weg zurück zu den Ausgrabungen mitten im Ort. Nach einem „technischen Stopp“ nach der Besichtigung (6 Euro Eintritt – für die Tempelanlage, nicht die Toilette) suchten wir den Weg zum Bus zurück.

Impressionen aus Tarxien:

In Paola fanden wir eine Haltestelle am Hauptplatz bei der gigantischen Kirche. Diese war eigentlich geschlossen und man war mitten in den Vorbereitungen für die morgige Karfreitagsprozession, aber wir wurden hereingebeten und durften uns die Figurenszenen, die von mehreren Männern getragen werden, noch kurz ansehen. Die riesige Kirche war bereits festlich ausgeschmückt.

Prozessionsfiguren der Kirche in Paola:

Fischerhafen von Marsaxlokk
Fischerhafen von Marsaxlokk

Mit dem Bus fuhren wir weiter zum Fischerort Marsaxlokk, der am Ufer auch einen kleinen Markt mit Souvenirs hat. Übrigens maltesische Klöppelspitze auf Malta zu finden, ist inzwischen fast unmöglich. Der einzige Laden in Valletta fiel einer Baustelle zum Opfer. Alles andere, was als Malta Lace verkauft wird, ist in der Regel schon gar nicht geklöppelt oder definitiv aus maschineller chinesischer Produktion – das war vor über 20 Jahren bereits so, als ich mit meiner klöppelnden Mutter Urlaub auf Malta machte (und daher natürlich echte Handarbeit von maschineller Produktion unterscheiden kann).

Auf dem Rückweg stiegen wir nochmal am Hauptplatz in Paola aus, weil ich dort eine Pastizzeria entdeckte. Blätter- oder Mürbteig mit diversen Füllungen ist eine der lokalen Spezialitäten. Wir entschieden uns für Huhn, Ricotta und Erbsen mit Anchovis zum Mittagessen. Leider fanden wir erst am Busterminal in Valletta auch die einheimische Limonade, Kinnie, aus Bitterorangen und Wermuth. Traf nicht den Geschmack unserer Tochter. Aber wir mögen es. Danach ging es noch durch Valletta, bevor wir wieder mit dem Aufzug nach unten zum Hafen fuhren. Man kann übrigens auch mit den Bussen 133 oder 130 vom Hafen aus hoch zum Busbahnhof vor der Stadt fahren.

Picknick auf maltesische Art:

Wir schlenderten noch die wiederbelebte Valletta Waterfront entlang. Das kantonesische Restaurant muss gut sein oder zumindest das WLan dort, denn es wimmelte nur so von Crew-Mitgliedern der verschiedenen Schiffe. Ein Hard Rock Café gibt es ier übrigens auch. Danach ging es zurück an Bord, inzwischen taten auch die Füße weh. Es war gerade Kaffeestunde im Buffetrestaurant und wir holten uns einen Tee bzw. einen Kaffee (übrigens sehr gut trinkbar!), verzichteten aber auf die netten kleinen Sandwiches, den Kuchen und den Obstsalat.

Um 17 Uhr war wieder ein Quiz angesetzt mit dem Thema „Guten Morgen“ aus aller Welt. Dieses Mal hat es nicht für einen Preis gereicht, aber ich kann weder Russisch noch Polnisch. Der Preis ging an Österreich, was allerdings gleich vorlaut anmerkte, dass da wohl ein Fehler sei bei „Gutten Morgen“.  Ich ging noch ins Fitness Studio. Um 18 Uhr wurde kostenlos Stretching angeboten und da sonst niemand kam, erhielt ich sozusagen eine Privatstunde von Ivan. Weil ich gerade vom Stepper kam, verzichtete er auf das Aufwärmen, natürlich nicht ohne vorher gefragt zu haben. Danach ging es zum Abendessen mit dem Motto „Apulien“:

Nach dem Abendessen gingen wir nochmal in die Stadt. Der Aufzug fährt übrigens von 7 bis 21 Uhr, aber den Rückweg bergab kann man gut laufen. Es war Gründonnerstag und offensichtlich zieht an diesem Tag ganz Malta von einer Kirche zur nächsten. An den Straßen verkaufen die Händler Sesamkringel mit fünf Mandeln für die Wundmale Christi und Hefebrötchen mit einem Kreuz (cross buns). Wir schlossen uns an und gingen zunächst in die Kathedrale, welche die ganze Pracht und den Reichtum der Kreuzritter widerspiegelt. Auch die Kapelle der deutschen Liga wurde vor zwei Jahren umfangreich renoviert und das 24 Karat Blattgold erstrahlt in neuem Glanz.

Auf Wiedersehen, Malta!
Auf Wiedersehen, Malta!

Auf dem Weg zum Schiff zurück waren wir noch in zwei weiteren Kirchen. Überall staute es sich an den Eingängen. Schade, dass wir den Rest der Oster-Feierlichkeiten nicht sehen werden. Die Show um 22 Uhr wurde heute von einem lokalen Gastkünstler bestritten, dem Clown-Komödianten Robin Basson. Sprachkenntnisse sind nicht erforderlich, aber es war nicht unser Ding. Ab 22:45 Uhr wurde erneut Stargazer angeboten.

Anmerkung: Cruisediary.de fuhr mit der Costa neoRiviera auf Einladung von Costa.