Begrüßung mit Musik

Aranui 5 – Tag 0 Von München nach Papeete

Der frühe Vogel fliegt nach Tahiti und so hieß es um 4 Uhr aufstehen. Da keiner meiner Fahrer zu Hause war, musste ich um 4:43 Uhr die Straßenbahn, dann den Bus und schließlich die S-Bahn zum Flughafen nehmen. Letztere erwischte ich ganz knapp, denn kaum war ich auf der Treppe zum Bahnsteig, sah ich die Anzeige „nächster Zug zum Flughafen fällt aus“. Ich wollte mir gerade Zeit lassen, da fuhr eine S-Bahn ein. Also schnell hoch und einsteigen. So war ich sogar noch einige Minuten früher am Flughafen als geplant. Zeit, um einen Kaffee zu kaufen. Anschließend ging es gemütlich ins Terminal 1 / Bereich D zum Check-in für Air France. Am Automaten muss man das Etikett für den Koffer ausdrucken. Gut, der Koffer ist bis Papeete durchgecheckt.

Am Schalter dann den Koffer aufgeben und noch die Flying Blue Karte einlesen lassen, was beim Online-Check-In nicht funktioniert hatte. Anschließend durch die Sicherheitskontrolle und zum Gate D16 am Südende des Terminals. Hier werde ich im Dezember wieder sein, aber dann eine Etage tiefer, in der Airport Klinik. Hier hinten gibt es übrigens gar nichts, nicht einmal Toiletten. Die Air France AF1123 verließ München halbwegs pünktlich, gut um 7:30 Uhr statt 7:15 Uhr. Service mit Kaffee und Pain au Chocolat und schon waren wir kurz nach 9 Uhr in Paris. Wegen Nebels in Paris – den hatte ich eigentlich für München befürchtet – mussten wir zur Landung tatsächlich alle Handys und Co. komplett ausschalten. Das hatte ich auch noch nie als Ansage gehört.

Für den Flug von Air Tahiti Nui via Los Angeles nach Papeete war ich ja bereits online eingecheckt. Übrigens hatte ich auch auf meinem Air France Boarding Pass den von Air Tahiti Nui mit drauf. Umgekehrt ging das nicht. Ich hatte locker zweieinhalb Stunden Zeit bis zum Weiterflug. Allerdings war ich noch nie in Paris Charles de Gaulle. Mein Mann war bereits zwei Tage vorher geflogen und hatte mich vorgewarnt. Das was mich erwartete, hatte ich so allerdings tatsächlich nicht erwartet. Zunächst wurden alle Transit-Passagiere mit internationalen Weiterflügen zur Passkontrolle geleitet. Dort bereits Chaos, aber rechts ging es für EU-Bürger zu den Automaten und hier schien nur wenig los zu sein. Dass die Automaten gefühlt aber einen halben Kilometer weiter stehen, war nicht zu sehen. Dann funktionierten tatsächlich von fünf Automaten nur zwei und auch die nur leidlich. Schließlich wurden die Familie vor mir und auch ich sowie andere Passagiere doch zu Schaltern umgeleitet.

Ich wusste bereits, dass ich vom Terminal 2F zum Terminal 2A musste und das mit einem Shuttle-Bus. Die Wegweiser ließen auch keine Wahl, es ging automatisch zum Shuttle Navette Bleue, Laufen war nicht vorgesehen. Dort war die nächste Warteschlange. Der zweite Bus nahm mich dann mit. Terminal 2A ist natürlich das letzte auf der Route und der Busfahrer hatte offensichtlich alle Zeit der Welt. Endlich angekommen war mein Abfluggate A37 natürlich am allerletzten Ende des Terminals. Noch schnell auf eine Toilette und dann weiter. Ich kam tatsächlich 10 Minuten vor offiziellem Boarding-Beginn am Gate an. Das Boarding verzögerte sich allerdings leicht und erfolgte strikt nach Reihen. Mit Reihe 11 war ich in der letzten Gruppe, denn es wurde von hinten aufgefüllt. Plötzlich kam alles ins Stocken und es ging gar nichts mehr. Warum auch immer, nach gut 20 Minuten stiegen die Passagiere wieder ein.

Ich erhielt einen neuen Boarding-Pass mit einem handschriftlichen T für Transit und wurde im Finger für die Einreise in die USA sicherheitsbefragt. Vor dem Flieger erhielten alle Passagiere eine duftende Tiare-Blüte zur Begrüßung. Am Platz befanden sich Decke, Kissen und ein kleines Täschchen mit Socken, Schlafmaske, Ohrstöpsel und Kopfhörern. Zunächst wurde Knabberzeugs mit Getränken gereicht. Anschließend kam ein warmes Essen. Die Speisekarte ist übrigens im Entertainment-System abrufbar.

Tja, das Entertainment-System war dann eher die Enttäuschung. Technisch gesehen auf dem modernsten Stand mit Touch-Monitoren, 3,5 mm Klinken-Anschluss für handelsübliche Kopfhörer und USB-Anschluss. Inhaltlich leider knappe 20 Filme, aber nicht die neuesten, etwas mehr TV-Programme – die überwiegend Französisch –, Spiele, Infokanäle und Musik, letztere bis auf eine CD nur tahitianische Musik. Die Sprachauswahl beschränkte sich insgesamt auf Französisch, Englisch und Chinesisch. Gut, ich hatte ja noch etwas zum Lesen dabei, sollte ich nicht doch einschlafen. Die Route ging sehr nördlich über Island, Grönland und Kanada in die USA. Schöne Eisberge und zerklüftete Landschaften über Grönland:

Vor der Landung gab es ein zweites warmes Essen. In der Galley standen während der gesamten Flugzeit Getränke und kleine Snacks zur Verfügung.

Beim Landeanflug auf Los Angeles erhaschte ich noch einen Blick auf den berühmten Hollywood Schriftzug. Der über 11 Stunden dauernde Flug war sonst unauffällig und dank der relativ großen Beinfreiheit erträglich.

Auch wenn der Stopp in Los Angeles für die Reisenden nach Papeete nur ein Tankstopp ist, handelt es sich um eine Einreise in die USA, so dass ESTA nötig ist. Durch den bloßen Transit entfällt allerdings der Zoll und das Aufnehmen und Wiederabgeben des Gepäcks. Ich war recht schnell aus dem Flugzeug gekommen und machte mich gleich auf zur Immigration. Das erste Mal, dass ich dafür die Automaten benutzt habe. Anschließend noch den Einreisestempel in den Pass und dann weiter den freundlichen Mitarbeitern mit den Air Tahiti Nui Schildern folgen. Es gibt neben dem alten Boarding Pass noch eine Plastikkarte – ich war offensichtlich die zweite im Transit. Dann ging es weiter zum Gate 153 und davor nochmals durch die Sicherheitskontrolle. Auch das Gate 153 war wieder mal am letzten Ende des Flughafens.

Noch kurz das kostenlose WLan am Flughafen genutzt, um den Rest der Familie über den Stand der Reise auf dem Laufenden zu halten und ein paar Fotos auf Instagram hochzuladen. Dann ging es schon wieder weiter mit dem Boarding. Meine bisherige Sitznachbarin flog nur bis Los Angeles so wie viele der anderen Passagiere auch. Ich hatte Glück und mein Nachbarsitz blieb frei. Es wurde noch auf ein paar letzte Passagiere gewartet, dann ging es weiter mit der zweiten knapp 8 Stunden dauernden Langstrecke nach Papeete. Die duftende Tiare-Blüte gab es auf diesem Flug – mit komplett neuer Crew – erst im Flieger. Nach gut einer Stunde gab es erneut ein warmes Essen.

Anschließend konnte ich die Augen nicht mehr offen halten und dämmerte vor mich hin. Vor der Landung gab es nochmals eine kalte Mahlzeit. Insgesamt war das Essen übrigens relativ gut – für mich fehlte etwas Salz, was aber mitgeliefert wurde.

Der A340-300 von Air Tahiti Nui heißt übrigens Rangiroa. Diese Insel werden wir zum Ende der Reise hin noch besuchen. Kurz vor 22 Uhr Ortszeit landeten wir endlich in Papeete – mehr als 30 Stunden war ich inzwischen auf den Beinen. In Papeete gibt es keine Finger und es wird auf dem Vorfeld über Treppen ausgestiegen. Im Flugzeug wurden die nötigen Formblätter für die Einreise ausgeteilt – für EU-Staatsbürger ist dies nur ein Formblatt zur Statistik. Im Flughafengebäude wurden wir mit einheimischer Musik begrüßt.

Formblatt abgeben, Passkontrolle und schon steht man vor dem Gepäckband. Nun die spannende Frage, hat es mein Koffer auch geschafft. Da ja sehr viele Passagiere erst in Los Angeles zustiegen, kamen deren Koffer natürlich zuerst. Aber endlich entdeckte ich auch meinen Koffer. Glück gehabt. Vor dem Ausgang warteten unzählige Abholer. Es dauerte eine Weile, bis ich den richtigen Abholer gefunden hatte. Jeder Gast wurde landestypisch gleich mit einer Blumenkette begrüßt – die farblich mit meinem T-Shirt harmonierte. Nur das Lächeln beim Selfie ist nach mehr als 30 Stunden doch eher gequält.

Übrigens gibt es 30 Minuten WLan am Flughafen pro Monat kostenlos. So konnte ich wieder den Rest der Familie informieren, dass alles geklappt hatte – Tochter zu Hause in Deutschland und Ehemann hier in Papeete. Ich musste noch auf zwei französische Paare warten und dann ging es endlich ins Hotel Royal Tahitien, in dem mein Mann schon auf mich wartete. Völlig fertig fiel ich kurz nach 23 Uhr ins Bett.

Weiter geht es mit Tag 1 – Es geht an Bord der Aranui 5 im Hafen von Papeete.

Anmerkung: Cruisediary.de reiste mit Unterstützung durch Aranui Cruises und Tahiti Tourisme.