Me´ae Iipona

Aranui 5 – Tag 8 Hiva Oa und Tahuata – Besuch der Tikis von Iipona bei Puamao und ein badendes Schwein in Vaitahu

Wir waren zurück in Hiva Oa, doch dieses Mal an der Nordseite der Insel in Puamau. Pünktlich um 7 Uhr warfen wir den Anker.

Für uns sollte es bereits um 7:30 Uhr losgehen, daher war Aufstehen um 5:30 Uhr angesagt mit Frühstück um 6:00 Uhr.

Ich ging nochmals an die Rezeption, denn von acht Wäschteilen kamen gestern nur vier zurück. Die anderen kamen dann doch heute noch. Sie kamen denn auch irgendwann, kommentarlos und durch ein anderes Kleidungsstück verfärbt. Man hat wohl versucht, sie nochmals zu waschen. Mein Nachthemd ist jedenfalls nun rosa statt weiß, aber wen stört das schon.

An Land ging die Ladetätigkeit wuselig weiter – mit einem Bagger. Auch die ersten Jeeps warteten bereits.

Mit der Barge ging es hinüber an Land, wo wir mit Jeeps hoch zum Tempelgelände Me´ae Iipona (Macht), der wichtigsten archäologischen Stätte der Region gebracht wurden. Me´ae Iipona ist bekannt für die größten Tikis der Marquesas. Ein Tiki wurde in Gedenken an eine verstorbene Persönlichkeit aufgestellt. Der große halslose Kopf symbolisiert das Mana – den großen Geist. Die großen Augen stehen für die Weitsicht, der große Mund für die mündliche Überlieferung der Traditionen. Im Bauch ist all die Weisheit gesammelt. Der mit 2,67 m größte Tiki, der Tiki Takai’i – Rot vor Wut -, stellt einen Stammesfürsten der Naiki dar, links dahinter ist seine Frau Fau Poe abgebildet. Der Tiki rechts daneben ist ein Priester erkennbar an den sechs Fingern, der Tiki Te Tovae E Noho. Der berühmteste Tiki, der Tiki Maki’i Taua Pepe, zeigt eine gebärende Frau. Unten rechts am Sockel ist ein Hund abgebildet. Thor Heyerdahl sah darin ein Lama und entwickelte anhand dieses Tiki seine Theorie, dass die Marquesas von Südamerika aus besiedelt worden seien. Nur wurde nie ein Nachweis für die Existenz von Lamas auf den Inseln gefunden. Valentina erklärte die Tikis und die Geschichte des Volks der Naiki.

Anschließend konnte man wählen, ob man zu Fuß (ca. 10 Minuten) oder mit dem Jeep zurück zum Hafen fahren möchte. Nach einer erfrischenden Kokosnuss (hier 250 FCP) machten wir uns zu Fuß auf den Weg. Der Weg ist zwar betoniert, wird aber teilweise etwas steil. In Me´ae Iipona war es relativ feucht und rutschig. Daher sind auch hier feste Schuhe ratsam. Außerdem gibt es, da Waldgelände, hier auch Mücken.

Viel hat Puamau nicht zu bieten, eine Kirche, ein paar Häuser, ein paar Pferde und das war es auch schon. Wir gingen noch an den Strand für ein paar Fotos und zur Kirche. Dann überraschte uns ein kurzer Regenschauer.

Am Hafen wurden gerade im Eiltempo Copra-Säcke verladen. Wie die Ameisen trugen die Arbeiter Sack für Sack im Laufschritt zur Barge und warfen sie in den Container.

Gegen 10 Uhr waren wir zurück an Bord. Um 10:30 Uhr hielt Didier Benatar seinen Vortrag „Kolonisation, Epidemien und Entvölkerung“ auf Englisch in der Lounge. Didier kam mit seinen Eltern als 15 Jähriger nach Tahiti und lebt inzwischen auf den Marquesas.

Die Aranui 5 verließ gegen 11 Uhr die Bucht von Puamau in Richtung der Insel Tahuata nach Vaitahu. Auf Tahuata waren wir ebenfalls schon vor zwei Tagen, aber damals nur am Strand.

Noch ein Panorama der Bucht von Puamau:

Panorama Bucht von Puamau
Panorama Bucht von Puamau

Das Mittagessen gab es heute für alle um 12 Uhr in einer Sitzung. Der Nachtisch Omelette Norvégienne lies uns rätseln, zumal die englische Übersetzung nicht weiterhalf. Es entpuppte sich als die französische Variante des Baked Alaska, hier allerdings mit Kokosnuss-Eis gefüllt.

Um 13:30 Uhr sollten wir Vaitahu auf Tahuata erreichen. Doch nach dem Mittagessen kam die Durchsage, dass wir erst um 13:50 Uhr ankommen werden. Entsprechend sollte die erste Barge für die oberen Decks erst um 14:00 Uhr starten statt um 13:45 Uhr.  Für unser Deck war die Ausschiffung für 14:30 Uhr angesetzt, also noch Zeit für Fotos.

Auf den Weg vom Pier in den Ort trafen wir noch auf Lola und ihren Besitzer. Lola ist eine – im Augenblick trächtige – Schweinedame, die das Meer liebt und auch gerne zum Fischen mitgeht. Der Hund ihres Besitzers war weniger erfreut vom Wasser.

Im Ort gibt es einen Kunsthandwerkermarkt und ein kleines archäologisches Museum, das erst seit ein paar Jahren wieder geöffnet hat (Eintritt: 1.000 PFC).Tahuata ist bekannt für Knochenschnitzereien. Seit einem Festival im letzten Dezember gibt es zudem ein Café mit Internet (500 PFC) – gleich hinter der kleinen Kirche.

Um 15 Uhr trafen wir uns an der katholischen Kirche, wo Valentina einige Erklärungen gab. Die große katholische Kirche wurde 1988 zum 150 jährigen Jubiläum der katholischen Missionierung der Marquesas erbaut, die von Vaitahu ausging. Architekt war erneut Bruder Gérard, der auch die Kathedrale in Nuku Hiva erbaut hat. Dies war allerdings sein letztes Werk, denn er war bereits todkrank. In der Kirche haben verschiedene lokale Künstler zusammengearbeitet. Das Buntglasfenster stammt von einer polnischen Künstlerin, die auf Tahiti lebt. Das Fenster zeigt Maria und Jesus umrahmt von Tapa. Im blauen Bereich sind Brotfrüchte zu sehen. Oben ist ein Marquesas-Kreuz umrahmt von einer Schildkröte. Die Kirche wurde übrigens von einer deutschen Kongregation mitfinanziert.

Wir gönnten uns noch einen Kokosnuss (200 FCP) gleich neben der Kirche.

Vor der Kirche ist der neue Festival-Platz Tohua Iotete, der samt den Tikis erst zum Festival im Dezember 2017 erschaffen wurde.

Am Strand genossen die Kinder des Dorfes das Meer:

Danach ging es gegen 16 Uhr zurück an Bord (letzte Barge um 16:45 Uhr). Sidsel Millerstrom hielt heute um 16:45 Uhr in der Lounge einen weiteren Vortrag auf Englisch – Te Henua Enana: The History oft he Marquesas Islands, so dass wir rechtzeitig wieder an Bord waren und nicht die letzte Barge abwarteten. Entgegen des Tagesprogramms fand das Tanztraining Ori Tahiti heute um 17 Uhr im Konferenzraum statt. Das Tagesprogramm sah 15 Uhr vor, was sich aber mit dem Landgang überschnitten hätte.

Wir zogen die Happy Hour um 17 Uhr vor mit Musik von Nui und Yann.

Und einen schönen Sonnenuntergang gab es natürlich auch noch. Am Ende leuchtete der Himmel lila.

Valentina lud um 18 Uhr in die Sky Bar zum täglichen Briefing. In der Veranda Bar spielten Nui und Yann ab 18:30 Uhr bis zur ersten Sitzung des Abendessens.

Ja, schon wieder Abendessen um 19.30 Uhr. Ach, wir hatten vergessen, uns für die Wanderung einzutragen. So ging mein Mann schnell zwischen Vorspeise und Hauptgang hinunter zur Rezeption.

Der Abend endete mit der Aranui Band um 21 Uhr in der Veranda Bar. Da lagen wir allerdings schon im Bett. Die Aranui 5 blieb noch bis 1:30 Uhr vor Vaitahu und machte sich dann auf den Weg nach Ua Huka.

Tag 9 beginnt mit dem spektakulären Einlauf in die Bucht von Vaipaee auf Ua Huka.

Anmerkung: Cruisediary.de reiste mit Unterstützung durch Aranui Cruises und Tahiti Tourisme.