Espace Jacques Brel

Aranui 5 – Tag 6 Hiva Oa und Tahuata – Ein Besuch bei Paul Gauguin und Jacques Brel

Die Aranui 5 sollte heute bereits um 3:30 Uhr in Atuaona auf Hiva Oa anlegen. Wann wir tatsächlich angekommen sind – keine Ahnung, ich habe geschlafen wie ein Stein.

Um halb Sieben gingen wir erst einmal in die Lounge, kurz die News checken. Danach ging es zum Frühstück.

Erst um 8 Uhr trafen sich die Wanderer an der Telefonzelle links vom Pier an der Straße. Die Be- und Entladearbeiten waren in vollem Gang.

Eigentlich sollten auf der Straße Markierungen für die Wanderer angebracht sein, aber Steven war etwas im Verzug. Und schon bei der ersten größeren Kreuzung bogen nach und nach alle nach rechts ab… den halben Hang hoch hatte uns Steven eingeholt. Wir waren falsch abgebogen. Es ging teilweise sehr steil den Berg nach oben, aber mit einer schönen Aussicht über die Buchten. Laut den Markierungen soll es sich um 10, 15 und 20% Steigung gehandelt haben. Es gibt einen kleinen Detour zu einem weiteren Aussichtspunkt, den man aber nicht mitnehmen muss.

Wir kamen bereits gegen 8:45 Uhr am Friedhof von Atuona an noch vor den anderen Passagieren, die mit dem Bus vom Hafen ab 8:45 Uhr hierher gefahren waren. Auf diesem Friedhof liegen Paul Gauguin und Jacques Brel begraben. Das Grab von Paul Gauguin war lange in Vergessenheit geraten. Erst zwei Studenten hatten dessen Lage wieder ausfindig gemacht.

An einem kleinen Stand neben dem Friedhof verkauften Frauen verschiedene Ketten. Wir erstanden eine Kette mit einer Perle an einem Band für 1.000 FCP. Es ging weiter abwärts in den Ort. Atuona hat ca. 2.700 Einwohner. Neben einer Bank und einer Post gibt es auch eine Apotheke sowie verschiedene Läden. An der Touristeninformation wurden wir mit Musik empfangen. Außerdem gab es Kostproben von Zuckerrohr, getrockeneten Bananen, Bananenbeignets und Grapefruit.

Gleich daneben liegt das Centre Culturel Paul Gauguin (Eintritt 600 FCP oder 6 USD –hier gibt es auch die Eintrittskarten für den Espace Jacques Brel für 500 FCP oder 5 USD). Um 9:15 Uhr hielt Didier Benater hier auf der Terrasse seinen Vortrag über das Leben von Paul Gauguin (auf Englisch, um 10:15 Uhr auf Französisch). Nach dem Vortrag blieb genug Zeit, das Museum und das Gelände zu besichtigen. In dem Brunnen auf dem Gelände, das Paul Gauguin gehörte, fand sich viel „Müll“. Darunter auch Zähne von Paul Gauguin, mit denen nachgewiesen werden konnte, dass dieser nie an Syphilis erkrankt gewesen sein konnte. Denn in dem Fall hätte man Quecksilber in den Zähnen gefunden, das als einzige Behandlungsmethode galt.

Danach gingen wir noch hinunter zum Espace Jacques Brel, wo es aber im Wesentlichen nur das Flugzeug JoJo zu besichtigen gibt, mit dem auch Flüge in medizinischen Notfällen gemacht wurden. Die Schautafeln sind alle ausschließlich auf Französisch. Dazu läuft Musik von Jacques Brel.

Gegenüber liegt ein altes Gebäude, das bis heute einen Laden beherbergt. Hier hatte Paul Gauguin sein Morphium gegen seine unfallbedingten Schmerzen gelagert. Eine Überdosis führte zu seinem Tod.

Wir gingen weiter zum Tohua – dem traditionellen zeremoniellen Platz der Marquesas, der schön renoviert wurde. Hier gibt es einige Tikis zu sehen. Dahinter gibt es einen kleinen Kunsthandwerkermarkt. Eine Dame hatte sehr schöne, selbst bemalte Pareos. Aber keiner sagte mir wirklich zu.

Anschließend besuchten wir noch die kleine Kirche. Die Marquesas wurden von katholischen Missionaren besiedelt, so dass bis heute fast die gesamte Bevölkerung katholisch ist. In Tahiti begann die Missionierung hingegen durch die evangelische London Missionary Society (daher auch Gesellschaftsinseln oder Society Islands).

Danach gingen wir zum Bus neben dem Tohua und ließen uns zurück zum Hafen bringen. Der Pier ist ca. 3 km oder 40 Minuten vom Ort entfernt in der Nachbarbucht. Da die Straße doch recht befahren ist, verzichteten wir darauf, den Rückweg zu Fuß in Angriff zu nehmen. Vom Hafen aus gingen wir nochmals die Straße nach oben und über einen Feldweg hinunter zum Strand in der Bucht mit zahlreichen Krabben. Hier mündet ein Fluss ins Meer und die Fregattvögel nutzen das Süßwasser zum Trinken. Eigentlicher Zweck des kurzen Ausflugs war es natürlich, Fotos vom Schiff und der Bucht zu machen.

In Hiva Oa wurden übrigens Tauchausflüge für Anfänger (2 Stunden, 13.500 FCP) und Könner (4 Stunden, 22500 FCP) angeboten.

Wieder an Bord stand schon fast das Mittagessen um 12 Uhr an.

Eigentlich sollten wir zum Mittagessen auch Ablegen, aber das verzögerte sich bis 13:30 Uhr. Aber das nächste Ziel ist gleich gegenüber, also kein Problem.

Am Nachmittag stand mit Tahuata die kleinste bewohnte Insel der Marquesas auf dem Programm. Wir ankerten gegen 14:15 Uhr vor dem Strand von Koku´u. Um 14:30 Uhr wurden die Decks 2 bis 5 mit der Barge zum Strand übergesetzt, um 14:45 Uhr folgten die Decks 6 bis 9. Ab 16:15 Uhr fuhren die Barges wieder zurück zum Schiff (letzte Barge um 16:45 Uhr). Am Strand gibt es ganz ordentliche Wellen, also besser am flachen Teil wieder aus dem Wasser gehen. Es war eine kleine Bar aufgebaut und es gab dort auch Trink-Kokosnüsse (350 FCP). Eine gute Erfrischung nach dem Schwimmen.

Für die französischsprachigen Gäste konnten um 16:45 Uhr dem Vortrag von Sidsel Millerstrom in der Lounge anhören, den wir gestern bereits auf Englisch hatten.

Pünktlich zur Happy Hour um 17 Uhr lichteten wir den Anker in Richtung Fatu Hiva.

Hiva Oa im Panorama
Hiva Oa im Panorama

Der Tages-Cocktail sagte uns heute nicht zu und so wurde es ein Mango-Mojito zum Sonnenuntergang.

In der Abendsonne fuhr außerdem noch passend zur Location die Paul Gauguin an uns vorbei.

Ach ja, da war ja noch ein Sonnenuntergang:

Danach war schon wieder das Briefing für den nächsten Tag in Fatu Hiva auf dem Programm. Die große Wanderung ist auf Fatu Hiva – daher nach dem Briefing runter zur Rezeption, die Haftungsfreistellungserklärung abgeben und in der Liste eintragen.

Nach dem Abendessen um 19:30 Uhr spielte noch die Aranui Band ab 21 Uhr in der Veranda Bar, der wir noch kurz lauschten.

Wir kamen übrigens in der Bucht von Omoa auf Fatu Hiva bereits kurz nach 21 Uhr an und ankerten dort über Nacht.

Heute war wieder Wäschetag für unser Deck und Andrea hatte den Wäschesack beim Abendservice bereits mitgenommen. Ansonsten muss er wieder bis 8 Uhr an der Tür hängen.

Tag 7 wird anstrengend mit der 15,5 km Wanderung auf Fatu Hiva von Omoa nach Hanavave.

Anmerkung: Cruisediary.de reiste mit Unterstützung durch Aranui Cruises und Tahiti Tourisme.