Abschied von Ua Pou

Aranui 5 – Tag 10 Nuku Hiva und Ua Pou – der letzte Tag auf den Marquesas

Der letzte Tag auf den Marquesas ist angebrochen. Mit halb Sieben konnten wir fast ausschlafen. Um 7 Uhr gingen wir zunächst zum Frühstück. Heute ist der zuckerfreie Natur-Joghurt aus – leider für den Rest der Reise. Damit müssen wir leben.

Ab 7:45 Uhr stand ein Shuttlebus in den Ort zur Verfügung, der ca. alle 20 Minuten zur Touristen-Information fuhr. Was machen wir heute. Eigentlich gibt es nichts mehr zu sehen. Wir überlegten, ob wir vielleicht noch zum Fischereihafen gehen sollten. Beim Frühstück erzählte uns eine Mitreisende, dass es noch einen Wanderweg zu einem Aussichtspunkt gebe. Das probieren wir! Kurz nach 8 Uhr gingen wir los. Zunächst geht es die Straße vom Hafen nach oben, bis nach ca. 50 m eine Kreuzung kommt. Hier nach rechts abbiegen und dem Schild in Richtung einer Autowerkstatt folgen. Hier sieht es aus, als würde die Straße nicht weitergehen. Einfach weiter laufen. Die betonierte Straße mündet dann beim Elektrizitätswerk (links) in eine unbefestigte Straße. Diese nach rechts weitergehen. Kurze Zeit später erreicht man eine Kreuzung.

Hier gibt es dann einen Wegweiser zum Tehaatiki Viewpoint rechts entlang der Hangkante. Am Ende des Feldwegs ist eine Art Torbogen errichtet worden. Hier geht der eigentliche Wanderweg los. Auch der Torbogen ist vom Schiff aus erkennbar (gut, mit Zoom).

Noch ein Panorama über die Bucht von Taiohae mit der Aranui 5 vom Feldweg aus:

Panorama Bucht von Taiohae
Panorama Bucht von Taiohae

Der Weg geht durch einen schattigen Mimosenwald und ist gut ausgebaut und ab hier auch ausgeschildert. Es geht teilweise etwas steiler nach oben. Insbesondere das letzte Stück ist relativ steil und mit steineren Treppenstufen ausgebaut. An einer Stelle gibt es am Wegesrand sogar wilde Ananas, die wir erst auf dem Rückweg entdeckten. Der Weg ist gut einen Meter breit und recht romantisch. Im ersten Drittel des Wegs ist eine Abzweigung zu einem Strand. Ich vermute, dass es sich um diesen kleinen Kiesstreifen handelt, denn etwas anderes war nicht zu sehen. Dafür hatten wir dann keine Zeit mehr.

Oben am Aussichtspunkt gibt es steinerne Bänke. Auf drei Steinen sind Karten aufgezeichnet, die die Aussicht erklären. Außerdem gibt es einen Gazebo. Die ganze Bucht von Taiohae kann überblickt werden und auch hinüber auf die andere Seite.

Hier noch einige Panoramen vom Aussichtspunkt:

Panorama Richtung Meer
Panorama Richtung Meer
Panorama Einfahrt Bucht
Panorama Einfahrt Bucht
Panorama Bucht von Taiohae
Panorama Bucht von Taiohae

Wir brauchten ca. 45 Minuten für den Aufstieg und gut eine halbe Stunde zurück zum Schiff. Allerdings laufen wir recht schnell. Es sind in etwa 140 Höhenmeter zu überwinden. Die Strecke hin und zurück sind etwa 5,6 km. Um 9:30 Uhr waren wir wieder an Bord und mussten erst einmal unter die Dusche. Gutes Schuhwerk und Mückenschutz sind empfehlenswert für diese kleine Wanderung. Da es bei uns in der Nacht geregnet hatte, war der Weg teilweise etwas rutschig. Diese Hügelkette muss auch Herman Melville hochgestiegen sein, denn in seinem Buch beschreibt er den Mimosenwald mit dünnen, weißen Stangen. Zu Beginn der Regenzeit ist der Wald realtiv ausgetrocknet und die Mimosen tragen kaum Laub.

Um 10 Uhr stand Didier in der Lounge für Fragen zu den Marquesas zur Verfügung, was gut angenommen wurde (auf Englisch). Dasselbe gab es nochmals um 11 Uhr auf Französisch. Didier verlässt heute in Ua Pou die Aranui 5. Alle an Bord war 10:30 Uhr und um 10:45 Uhr verließen wir den Hafen von Taiohae auf Nuku Hiva und fuhren in Richtung Ua Pou.

Aber zunächst war Mittagessen für alle um 12 Uhr in einer Sitzung angesagt. Da ich nicht so auf Brandteig stehe, habe ich mich für den Obstsalat als Dessert entschieden, den es immer als Alternative gibt.

Den Hafen in Hakahau auf Ua Pou erreichten wir gegen 13:15 Uhr. Ab 13:30 Uhr konnten wir von Bord. Inzwischen war es ziemlich heiß geworden und so nahmen wir Abstand davon, nochmals zu dem Kreuz hoch zu laufen. Wir hatten ja am Vormittag schon eine Wanderung gemacht. Also gingen wir nur in den Ort und sahen uns nochmal auf dem Kunsthandwerkermarkt um, fanden aber nichts. Am Strand ritt ein Einheimischer in vollem Galopp ohne Sattel und in Flip Flops vorbei. Viele der Passagiere nutzten den Nachmittag zum Schwimmen. Zurück an Bord lasen wir auf dem Außendeck der Veranda Bar, als ein Passagier mit seiner Kamera aufs Meer zielte. Irgendetwas musste dort sein. Also vor zur Reling und tatsächlich schwamm ein großer Rochen rund ums Schiff.

Alle an Bord war um 16 Uhr. Für 16:15 Uhr war ein Farewell Sailing als Abschied von den Marquesas angekündigt. Die Aranui 5 fuhr die durchaus malerische westliche Küste von Ua Pou entlang. Dazu gab es von 16:30 Uhr bis 17:30 Uhr die Happy Hour, damit die Passagiere die schöne Küstenlandschaft bei einem Cocktail genießen konnten. Dazu spielten und sangen wieder Nui und Yann bis 18:30 Uhr. Wir genossen den letzten Sonnenuntergang bei den Marquesas mit dem Tagescocktail Mania und lauschten der Musik.

Die Bergspitzen kamen wechselweise aus den Wolken und verschwanden wieder. Einige der Passagierinnen entflochten ihre Blumenkränze und übergaben die Blüten wieder dem Meer. Ich holte meinen inzwischen doch deutlich welken Kranz aus der Kabine und entfernte ebenfalls das Geschenkband, das zum Binden benutzt wurde, und warf die Blumen ins Meer – Valentina hatte am ersten Tag beim Briefing über das Leben an Bord gesagt, dass nichts über Bord geworfen werden darf mit Ausnahme von Blumen.

Eindrücke von der Westküste von Ua Pou im Abendlicht:

Zwischenzeitlich hatten zahlreiche Fregatt-Vögel ihren Spaß und kreisten um das Schiff:

Sonnenuntergang:

Das Briefing für den morgigen Seetag war wieder für 18 Uhr angesetzt. Es wird Einiges am Seetag geboten! Dazu aber mehr morgen. Wir trafen noch Guide Steven und erzählten ihm von unserer Wanderung am Vormittag. Er meinte, dass diese Wanderung früher im Programm gewesen sei, dann aber wegen der schlechten Qualität des Wegs rausgenommen worden wäre. Dass der Weg komplett neu gemacht wurde, war ihm noch nicht bekannt.

Das Abendessen stand für 19:30 Uhr auf dem Programm.

Nach dem Abendessen um 21 Uhr wurden die Uhren wieder eine halbe Stunde zurückgestellt auf die Zeitzone von Tahiti. Inzwischen sind es aber nur noch 11 Stunden Zeitunterschied zu Deutschland, denn am Wochenende wurde zu Hause von Sommerzeit auf Winterzeit umgestellt. Sommer- und Winterzeit gibt es hier nicht.

Halloween wirft seine Spinnweben voraus… Kellner Norbert (ja, er heißt wirklich so) begann schon vor dem Abendessen, das Restaurant mit Spinnweben, Spinnen und Skeletten zu dekorieren sowie orange Luftballons aufzuhängen. Dabei haben wir noch zwei Tage Zeit.

Am Abend spielte von 21 bis 22 Uhr wieder die Aranui Band in der Veranda Bar.

Morgen ist der letzte Wäschetag für unser Deck und so hatte Andrea wieder eine Liste ins Zimmer gelegt und am Abend unseren vorbereiteten Wäschesack mitgenommen. Ich gehe auf Nummer sicher und gebe nur pink- und lilafarbene Shirts ab. Die können jedenfalls nicht rosa verfärbt werden.

Tag 11 wird ein entspannter Seetag auf dem Weg nach Rangiroa.

Anmerkung: Cruisediary.de reiste mit Unterstützung durch Aranui Cruises und Tahiti Tourisme.